Berlin - Im Treptower Park in Berlin haben in der Nacht zum Pfingstsonntag mehrere Hundert Menschen an einer illegalen Party teilgenommen. Als die Polizei die Feier auflösen wollte, kam es zu Angriffen wie beispielsweise Flaschenwürfen. Zeugen berichteten der Berliner Zeitung, dass an verschiedenen Stellen laute Musik gespielt wurde. Einige Veranstalter hatten große Anlagen mit professioneller DJ-Ausrüstung aufgebaut. Es sei ausgelassen getanzt und feiert worden, hieß es. 

Laut Schätzungen eines Zeugen seien es etwa 350 Menschen gewesen, die nahe dem S-Bahnhof Treptower Park zusammen feierten. Die meisten von ihnen hatten sich an der Puschkinallee versammelt, weil es dort weniger Anwohner gibt und die Stelle in der Dunkelheit schwer einsehbar ist. Viele Leute tanzten zu lauter Technomusik. Ein Mann mit einem Dudelsack lieferte eine Liveperformance ab, während immer wieder süßlicher Cannabisgeruch durch den Park zog, erklärte der Zeuge. 

Polizei erst mit Applaus, dann mit Flaschenwürfen empfangen 

Das Publikum sei vor allem international gewesen. Viele der Tanzenden hätten sich auf Englisch, Spanisch, Französisch, Türkisch und Arabisch unterhalten. Sie alle hätten trotz nicht eingehaltener Abstände keine Masken getragen. Als alarmierte Polizisten am Ort der Party eintrafen, wurden die Einsatzkräfte von einigen mit Applaus empfangen – andere buhten die ungebetenen Gäste aus. Mehrere Partyteilnehmer luden die Polizisten ein, sich ihnen anzuschließen. Die Beamten rückten jedoch zunächst wieder ab.

Als kurze Zeit später erneut Einsatzkräfte in einem Mannschaftswagen auftauchten, sei die Stimmung weitaus aggressiver geworden. Teilnehmer der Party sollen Flaschen auf die Beamten geworfen haben, mindestens zwei der Wurfgeschosse sollen das Einsatzfahrzeug getroffen haben, woraufhin sich die Beamten in den Wagen zurückzogen und Verstärkung riefen. Wenige Minuten später hatte der Polizeiabschnitt 35 offenbar alle verfügbaren Kräfte in den Treptower Park geschickt. Das massive Polizeiaufgebot sorgte dafür, dass die Partyteilnehmer freiwillig weiterzogen. 

Danach verlagerten sich die Partys an andere Orte. Die Informationen über die neuen Standorte seien zum Teil über den Messengerdienst Telegram verbreitet worden. Einige zogen demnach weiter in Richtung Stralauer Allee, andere suchten sich einen neuen Platz im Treptower Park.