Berlin - Ein Räuber ist bei einem Überfall auf eine betagte Seniorin in Berlin-Friedrichshain besonders dreist vorgegangen. Der Mann verschaffte sich am Mittwochnachmittag Zugang zu einem Seniorenheim am Weidenweg und schlich sich in das Zimmer der 94-jährigen Bewohnerin. Nach Angaben der Polizei habe sich der 36-Jährige als Pfleger ausgegeben. Dann habe er die Frau gebeten, ihm ihre Wertgegenstände zu zeigen. Er gab vor, nachschauen zu wollen, ob sich noch alles an seinem Platz befinde. Doch die Seniorin fiel auf den Trick des Unbekannten nicht hinein.  

Stattdessen habe sie dem Mann verboten, in ihren Sachen zu kramen. Der Täter habe daraufhin den rechten Arm der Dame gepackt und ihr den Armreif gewaltsam entrissen, erklärte eine Polizeisprecherin. Der Räuber ging derart rabiat vor, dass die Frau Hämatome und Hautabschürfungen erlitt. Außerdem zog er der Seniorin eine Kanüle aus dem Arm, woraufhin die Wunde stark blutete, so die Sprecherin.

Seniorin schreit um Hilfe, Pfleger und Polizist verfolgen den Täter

Nachdem er mit seiner Beute aus dem Zimmer geflüchtet war, rief die Seniorin laut um Hilfe. Drei Pflegekräfte, die durch die Schreie auf den Vorfall aufmerksam wurden, sahen, wie ein Unbekannter durch die Flure in Richtung Haupteingang rannte. Zusammen mit einem Polizisten, der zufällig in der Nähe war, verfolgten sie den Mann. Der Oberkommissar holte ihn schließlich ein und nahm ihn fest. 

Weitere Einsatzkräfte, die kurz darauf in der Seniorenresidenz eintrafen, fanden bei dem Verdächtigen den geraubten Schmuck. Sie gaben den Armreif der Frau zurück, während Mitarbeiter die Wunden der Frau behandelten. Der 36-jährige Deutsche wurde Ermittlern eines Raubkommissariats übergeben. Er soll noch heute einen Haftbefehl erhalten.