Berlin-Tiergarten: Polizist fährt Radfahrer mit dem Auto an

Ein Radfahrer beleidigt einen Zivilpolizisten, der Beamte springt ins Auto und rammt den Radler. War es Absicht? Die Polizei Berlin muss nun gegen ihren Kollegen ermitteln.

Berlin: Als die Polizei Radfahrer kontrollierte, kam es zur Eskalation. (Symbolbild)
Berlin: Als die Polizei Radfahrer kontrollierte, kam es zur Eskalation. (Symbolbild)dpa/Christophe Gateau

Ein Berliner Polizist muss mit empfindlichen Konsequenzen rechnen, weil er einen Radfahrer mit dem Auto angefahren hat. Ob er es mutwillig tat, ist noch unklar. Zuvor war der Beamte von dem Radfahrer beleidigt worden.

Das war passiert: Nach derzeitigen Erkenntnissen hielt ein ziviles Einsatzfahrzeug am Donnerstag gegen 16 Uhr auf dem Radstreifen der Budapester Straße in Tiergarten. Es ging offenbar darum, einen Radfahrer nach einem Rotlichtverstoß zu überprüfen. Bei der Kontrolle soll ein anderer Radler die Polizisten beleidigt haben und dann geflüchtet sein.

Berlin: Polizist springt in Dienstwagen und verfolgt Radfahrer

Einer der Polizisten soll daraufhin in den Dienstwagen gesprungen und dem 63-jährigen Pöbler gefolgt sein. Im weiteren Verlauf erfasste er den Radler auf dem Gehweg des Olof-Palme-Platzes. Der Angefahrene soll zu Boden gestürzt sein und leichte Verletzungen erlitten haben. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er ambulant behandelt wurde.

Weil derzeit nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Polizist den 63-Jährigen absichtlich angefahren hat, wurden gegen ihn Ermittlungen eingeleitet. Es geht um den Verdacht des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und der Körperverletzung im Amt.

Mutwillige Tat? Polizist in den Innendienst versetzt

Eine Atemalkoholmessung ergab einen Wert von null Promille bei dem Polizisten. Der Disziplinarvorgesetzte hat den Beamten vorerst in den Innendienst versetzt. Zudem wurde ein Verbot der Amtsausübung beantragt. Der Radfahrer wurde wegen Beleidigung angezeigt.