Berlin - Mehr als einen Monat nach einem offenbar islamistisch motivierten Messerangriff auf eine Frau sucht die Polizei nach Zeugen. Auf einem Video, das zum Tatzeitpunkt in Wilmersdorf gemacht wurde, haben Ermittler vier Menschen in Tatortnähe entdeckt, die wichtige Hinweise geben könnten. 

Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, handelt es sich dabei um eine Passantin mit einer dunkelroten Stoffhose, einen Radfahrer auf der Prinzregentenstraße, einen Radfahrer auf der Güntzelstraße und einen Mann in einem Auto, das an der Kreuzung der beiden Straßen stand. Das Landeskriminalamt bittet alle vier Zeugen dringend, sich bei der Polizei zu melden.

Am 4. September soll der Afghane Abdul Malik A. einer 58-jährigen Landschaftsgärtnerin mehrmals mit einem Messer in den Hals gestochen haben. Ihn soll gestört haben, dass sie als Frau einer Arbeit nachging. Laut Staatsanwaltschaft gebe es Hinweise auf ein islamistisches Motiv. Ein 66-jähriger Mann, der der Frau helfen wollte, wurde von dem Angreifer ebenfalls durch Stiche am Hals schwer verletzt. Die Frau schwebte in Lebensgefahr. 

U-Haft: Verdächtiger Afghane erhielt Haftbefehl wegen versuchten Mordes

Der verdächtige Afghane wurde festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. Ein Richter erließ gegen den 29-Jährigen Haftbefehl wegen versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung. Der polizeibekannte Mann kam 2016 als Flüchtling nach Deutschland. Er lebte zuletzt in einer Einzimmerwohnung im Bayerischen Viertel in Wilmersdorf. Nach Informationen der Berliner Zeitung hatte er mehrfach versucht, andere Menschen zum Islam zu bekehren. In einem Fall soll er es bei Polizisten versucht haben, die ihn dabei stellten, als er Wahlplakate beschädigte. 

Es sei nicht ausgeschlossen, dass A. überdies psychische Probleme hat. Ein Gutachten hatte zunächst ergeben, dass er schuldfähig sei. Daraufhin kam er in die Haftanstalt Moabit. Da der Mann in der Vergangenheit bereits schon einmal wegen Auffälligkeiten in einer Psychiatrie untergebracht wurde, sei in diesem Fall jedes Detail wichtig, hieß es am Dienstag. Die Ermittler versuchen, den Messerangriff genau zu rekonstruieren. Dabei spiele auch das Verhalten und die Wortwahl des Verdächtigen eine große Rolle.