Spandau: Mann erschießt Käufer seiner Wohnung und legt dann Feuer

Nach der Bluttat mit zwei Toten in Berlin-Spandau gibt die Staatsanwaltschaft weitere Einzelheiten zum Tathergang bekannt.

Berlin: Polizisten und Kriminaltechniker stehen am Tatort nahe der Heerstraße.
Berlin: Polizisten und Kriminaltechniker stehen am Tatort nahe der Heerstraße.dpa/Paul Zinken

Nach einem eskalierten Streit mit zwei Toten in Berlin-Spandau gibt die Staatsanwaltschaft Berlin jetzt offizielle Ermittlungsergebnisse bekannt. Dass ein 79-jähriger Mieter in der Heerstraße am Sonnabend einen 38-jährigen Mann in seiner Einliegerwohnung mit mehreren Schüssen getötet hat, gilt inzwischen als gesichert.

Anschließend soll der Schütze auch den 36-jährigen Geschäftspartner des Getöteten unter einem Vorwand in seine Wohnung gelotst haben. Als dieser jedoch den 38-Jährigen auf dem Boden liegen sah, flüchtete er und alarmierte die Polizei. In der Zwischenzeit goss der Tatverdächtige in seiner Wohnung Benzin aus und zündete die Räumlichkeiten an. Er selbst starb bei dem Feuer. Weitere Personen wurden nicht verletzt.

Spandau: Mieter sollte Wohnung aufgeben, Bau nicht genehmigt

Hintergrund der Tat ist nach einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft wohl, dass der 79-jährige Mieter seine Wohnung nach vielen Jahren verlassen sollte. Bei dieser soll es sich um einen nicht genehmigten Bau gehandelt haben. Das Grundstück war erst Anfang 2022 verkauft worden.

Den neuen Käufern, bei denen es sich um die 36 und 38 Jahre alten Männer handelte, war die fehlende Baugenehmigung zunächst nicht bekannt.

Sie sollen sich sogar um eine neue Wohnung für den 79-Jährigen gekümmert haben, der Mietvertrag dafür hätte am Tattag unterschrieben werden können. Ohne dass es im Vorfeld Streit gegeben hätte, entschied sich der Mann aber wohl, die aus seiner Sicht Verantwortlichen zu töten und sich selbst das Leben zu nehmen.

Hilfe-Nummern
Ihre Gedanken hören nicht auf, zu kreisen? Sie befinden sich in einer scheinbar ausweglosen Situation und spielen mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen? Wenn Sie sich nicht im Familien- oder Freundeskreis Hilfe suchen können oder möchten – hier finden Sie anonyme Beratungs- und Seelsorgeangebote:

Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 erreichen Sie rund um die Uhr Mitarbeiter, mit denen Sie Ihre Sorgen und Ängste teilen können. Auch ein Gespräch via Chat ist möglich. telefonseelsorge.de

Kinder- und Jugendtelefon: Das Angebot des Vereins Nummer gegen Kummer richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, die in einer schwierigen Situation stecken. Erreichbar montags bis sonnabends von 14 bis 20 Uhr unter 11 6 111 oder 0800 – 111 0 333. Am Sonnabend nehmen die jungen Berater des Teams Jugendliche beraten Jugendliche die Gespräche an. nummergegenkummer.de.

Muslimisches Seelsorge-Telefon: Die Mitarbeiter von MuTeS sind 24 Stunden unter 030 – 44 35 09 821 zu erreichen. Ein Teil von ihnen spricht auch Türkisch. mutes.de

Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Eine Übersicht aller telefonischen, regionalen, Online- und Mail-Beratungsangebote in Deutschland gibt es unter suizidprophylaxe.de.