Blitzeinbruch mit Berliner Auto: Polizei schnappt Verdächtigen

Vier Männer brachen am 3. April in ein Juweliergeschäft in Chemnitz ein. Die Spuren führen nach Berlin. Jetzt wurde ein 44-jähriger Serbe verhaftet.

Eine Überwachungskamera zeichnete am Abend des 3. April dieses Bild auf.
Eine Überwachungskamera zeichnete am Abend des 3. April dieses Bild auf.Polizei Chemnitz

Nach dem Blitzeinbruch mit einem Auto in ein Juweliergeschäft in Chemnitz ist einer der vier Tatverdächtigen in Ungarn festgenommen worden. DNA-Spuren an einem der Tatfahrzeuge führten die Ermittler zu dem 44-Jährigen, der bereits in polizeilichen Auskunftssystemen erfasst gewesen sei, teilten die Chemnitzer Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwoch mit.

Da sein Aufenthaltsort zunächst unbekannt war, wurde er seit 7. Juli mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Kurz darauf sei er festgenommen wurden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Einbruch bei Juwelier: Noch zwei Täter auf der Flucht

Die Einbrecher waren am Abend des 3. April mit einem silbernen Mercedes-SUV mehrfach mit Anlauf und Gewalt gegen das Schaufenster des Geschäfts in der Straße der Nationen gefahren, bis die Scheibe zu Bruch ging. Dabei blieb der Wagen allerdings auf einem Vorsprung stecken, sodass die vier mutmaßlichen Täter nicht ins Geschäft kamen. Ohne Beute flüchteten sie mit einem dunklen VW Golf VIII.

Der festgenommene Mann habe laut Polizei den Tatwagen in das Schaufenster gelenkt und solle zeitnah nach Deutschland ausgeliefert werden. Der 44-jährige Serbe sei für die Polizei kein Unbekannter: So sei er an einem ähnlichen Blitzeinbruch im August 2017 beteiligt gewesen. Dafür hatte er am Audi eine Art Ramme angebracht. Das Ermittlungsverfahren gegen den Mann sei in Anbetracht der aktuellen Erkenntnisse von der Staatsanwaltschaft wiedereröffnet worden, hieß es.

Clan-Kriminalität? Auto und Kennzeichen aus Berlin

An dem Tatwagen wurden auch die Spuren eines weiteren bereits bei der Polizei registrierten 27-Jährigen gefunden. Er soll sich dem Tatort zu Fuß genähert haben. Der bosnisch-herzegowinischen Staatsbürger werde wie der Serbe mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Auch nach zwei anderen Beteiligten werde weiterhin gefahndet.

Im Juni gab die Polizei bekannt, dass die Ermittlungen nach Berlin geführt hätten. „Der Kauf des Tatfahrzeugs, der Diebstahl der Kennzeichen und auch die Aktivierung der genutzten Mobiltelefone erfolgten wohl im März/April ’22 in Neukölln“, hieß es bei Twitter. Noch immer sind zwei der Tatverdächtigen auf der Flucht. Die Polizei sucht weiter nach ihnen.