Berlin - In der Nacht zu Dienstag kam es im Lichtenberger Ortsteil Rummelsburg zu einem Einsatz schwer bewaffneter Elitepolizisten der Berliner Polizei. Kurz zuvor hatte es auf einem Gehweg in der Wönnichstraße eine Bedrohung mit einer Waffe gegeben. Daraufhin wurden Polizisten eines Spezialeinsatzkommandos (SEK)  alarmiert. 

Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, hatte ein 56-jähriger Anwohner den Polizeieinsatz ausgelöst. Er soll zwei 28 und 39 Jahre alte Männer auf einem Bürgersteig unvermittelt beleidigt haben, weil sie sich in Türkisch unterhielten. Als die beiden den Mann daraufhin ansprachen, habe er der Polizei zufolge eine Schusswaffe aus der Jackentasche gezogen und damit auf einen der beiden gezielt. Danach flüchtete er.

Bewaffneter Mann öffnet nicht die Tür - SEK rückt mit Ramme an 

Die beiden Männer sollen ihn dann bis zu seiner Wohnhaus in der Wönnichstraße gefolgt sein, währenddessen alarmierten sie die Polizei. „Ermittlungen in der Nachbarschaft führten schnell zur Wohnung des 56-Jährigen, der jedoch auf Klopfen und Klingeln nicht öffnete“, erklärte ein Polizeisprecher. Da nicht klar war, welche Gefahr von dem bewaffneten Mann ausgeht, riefen die Einsatzkräfte ein SEK zur Unterstützung hinzu. 

Die Elitepolizisten rückten mit Sturmgewehre, Pistolen, Blendgranaten und ballistischen Schutzhelmen an. Mit einer Ramme verschafften sie sich Zutritt zu der Wohnung des 56-Jährigen. Bei seiner Festnahme in Hinterhaus wurde er nach Angaben der Polizei leicht im Gesicht verletzt. Eine Atemalkoholtest habe bei ihm einen Wert von rund 0,9 Promille ergeben. 

Bei einer anschließenden Durchsuchung der Wohnung fanden die Polizisten eine geladene Schreckschusswaffe samt Munition. Gegen den Mann wird nun wegen Beleidigung, Bedrohung und Verstoß gegen das Waffengesetz ermittelt. Nachdem die Bedrohungslage geklärt war, übernahm eine Fachkommissariat der Polizei Berlin die Ermittlungen und betrat die gesicherte Wohnung. Der zuvor festgenommene Mann wurde abgeführt.