Berlin - Ein gerammtes Motorrad, ein verletzter Motorradfahrer, ein Zivilfahrzeug der Polizei Berlin und jede Menge weitere Polizisten, die am Unfallort akribisch Spuren sichern. Was geschah am Montagabend in Marienfelde?

Wie die Polizei am Dienstagvormittag mitteilte, hatte die Besatzung eines zivilen Einsatzwagens den Motorradfahrer bei einer Verfolgungsjagd gerammt. Kurz zuvor soll sich der 22-Jährige ein illegales Rennen mit einem weiteren Motorradfahrer geliefert haben. Dabei sollen sie andere Verkehrsteilnehmer mit ihrer riskanten Fahrweise in Gefahr gebracht haben.

Die beiden Motorradfahrer überholten dann auf dem Mariendorfer Damm mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit eine Zivilstreife der Polizei. Anschließend sollen die Raser ihre Vorderräder in die Höhe gerissen haben und damit mehrere Meter weit gefahren sein. Ohne Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer wechselten sie mehrmals die Fahrbahnen und fuhren viel zu dicht anderen Fahrzeugen auf, so die Polizei.

Raser fährt über Gehweg – Passanten retten sich mit Sprung

Um einen Zusammenstoß mit den Rasern zu verhindern, mussten laut Zeugen mehrere Autofahrer gefährliche Bremsmanöver einleiten. Trotz der Stoppsignale der Polizei habe nur einer der beiden seine Geschwindigkeit gedrosselt, der andere habe schlagartig gewendet und flüchtete in Richtung Lichtenrade. Während der Verfolgungsjagd sei er über mehrere rote Ampeln gerast, fuhr über einen Busstreifen und einen Gehweg. Passanten konnten sich laut Polizei nur mit einem Sprung zur Seite in Sicherheit bringen.

An der Einmündung Friedenfelser Straße sollen die Zivilpolizisten laut Zeugenaussagen dann auf das Motorrad aufgefahren sein. Der Fahrer stürzte und erlitt einen Schulterbruch und mehrere Hämatome. Unklar war zunächst, ob die Beamten absichtlich den Unfall verursachten, um den Raser zu stoppen. Die Polizisten seien noch nicht befragt worden, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage der Berliner Zeitung. Die sei Bestandteil der Ermittlungen, hieß es lediglich.

Alarmierte Rettungskräfte brachten den 22-jährigen Brandenburger in ein Krankenhaus. Das Krad wurde beschlagnahmt. Der junge Mann muss sich nun wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens sowie zahlreicher Verkehrsverstöße verantworten.