Berlin - Die Berliner Polizei hat am frühen Sonntagmorgen erneut den James-Simon-Park im Bezirk Mitte räumen müssen. In der Grünanlage kommt es immer wieder zu illegalen Veranstaltungen, gewaltsamen Auseinandersetzungen und Angriffen auf Polizisten. In der vergangenen Nacht eskalierte nun eine Party mit rund 200 Gästen.

Bereits gegen Mitternacht hatten mehrere Anwohner die Polizei alarmiert, weil die laute Musik die Nachtruhe gestörte hatte, sagte ein Polizeisprecher. Die alarmierten Einsatzkräfte fanden die Übeltäter an der Unterführung zum Monbijoupark. Als sie die Besucher auf die Lärmbelästigung ansprachen, sollen fast alle die Musikboxen leiser gedreht haben. Nur ein junger Mann drehte seine Musikanlage immer wieder auf, woraufhin die Lautsprecher beschlagnahmt wurden.

Die Ruhe währte nicht lange. Etwa zwei Stunden später gingen erneut mehrere Anrufe bei der Polizei ein, weil die feuchtfröhliche Stimmung unter den Feierenden gekippt war. „Mehrere Personengruppen waren in Streit geraten und gingen aufeinander los“, erklärte der Polizeisprecher. Es sei zu einer regelrechten Massenschlägerei gekommen. Flaschen wurden geworfen, Glas zerbrach an der dortigen Unterführung.

Mehrere Festnahmen und Angriffe auf Polizisten 

Als die Polizei mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften eintraf, flüchteten einige der Verdächtigen. Da die verfeindeten Gruppen in dem Park immer wieder aneinandergerieten, wurde der James-Simon-Park gegen 3.30 Uhr geräumt. Um die ausufernde Situation unter Kontrolle zu bringen, hatte eine Einsatzhundertschaft der Berliner Polizei Unterstützung von der Bundespolizei erhalten. Nach Angaben der Polizei hatten sich zu Spitzenzeiten rund 1000 Menschen gleichzeitig in dem Park aufgehalten.

Bei dem Großeinsatz gab es mehrere Festnahmen, zwei Polizisten wurden angegriffen und verletzt. Es wird nun unter anderem wegen Körperverletzung, Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Wie viele Verdächtige genau festgenommen wurden, war am Sonntagnachmittag noch unklar. Die Lage sei zu unübersichtlich gewesen und müsse erst genau ausgewertet werden, hieß es.

Polizisten von Schaulustigen bedrängt – Beamter zieht Pistole 

Erst in der Nacht zu Freitag waren im James-Simon-Park mehrere Polizisten attackiert worden. Die drei Zivilbeamten wurden nach Angaben der Polizei von rund 40 bis 50 Schaulustigen bedrängt und angeschrien, als sie zwei Betrunkene festnehmen wollten. Einer der Polizisten habe daraufhin seine Pistole gezogen, woraufhin die Menge zurückgewichen sei. Erst als Verstärkung eintraf, habe sich die Situation beruhigt.

Einer der festgenommenen Männer soll zwei der Polizisten mit der Faust in den Nacken geschlagen haben. Er soll außerdem gedroht haben, sie umbringen zu wollen. Alle drei Polizisten wurden verletzt.