Berlin - Die Gewalt im Park am Gleisdreieck reißt nicht ab. In der Nacht zu Dienstag sind in der Kreuzberger Grünanlage erneut zwei Jugendgruppen aneinandergeraten. Nach Angaben der Polizei hatten sich etwa ein Dutzend Jugendliche und Heranwachsende im östlichen Teil des Parks geprügelt. Der Auslöser des Streits sei bisher unklar.

Die handfeste Auseinandersetzung gipfelte dann in einer regelrechten Massenschlägerei, bei der zwei 17-Jährige schwer verletzt worden. Ein Kontrahent aus der anderen Gruppe hatte die beiden mit einer Flasche angegriffen. Dem einen Jugendlichen soll er damit auf den Kopf geschlagen haben. Mit der zerbrochenen Flasche habe er dann den anderen versucht niederzustechen. Das Opfer konnte den Angriff zum Teil abwehren und erlitt dabei Schnittverletzungen.

Zeugen alarmierten um 1.10 Uhr die Rettungskräfte zur Yorckstraße. Die Auseinandersetzung hatte sich dahin verlagert. Sanitäter der Berliner Feuerwehr brachten die beiden 17-Jährigen in ein Krankenhaus. Um den genauen Tathergang zu rekonstruieren, sucht die Polizei nun nach weiteren Zeugen. Es wurden Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.

Illegale Corona-Partys, Raub und sogar Sexualstraftaten

Im Park am Gleisdreieck kommt es immer wieder zu Schlägereien, Raub und Angriffen auf Polizisten. Fast 250 Mal musste die Polizei zu Einsätzen allein in diesem Jahr dorthin ausrücken, jeder fünfte Einsatz war wegen Lärmbelästigung. Immer wieder entdeckt die Polizei verbotene Corona-Partys.

Ein sogenannter kriminalitätsbelasteter Ort, also eine Gegend mit einer besonderen Häufung an Straftaten, ist der Park dennoch nicht, sagt eine Polizeisprecherin. Neben der Lärmbelästigung und der damit verbundenen erhöhten Jugendkriminalität komme es im Park vor allem zu verschiedenen Raub- und sogenannten Rohheitsdelikten, also Körperverletzungen oder Nötigungen. Hin und wieder komme es in dem Park auch zu sexuellen Nötigungen, Bedrohungen und sogar Vergewaltigungen.