Berlin - Nach einer Massenschlägerei unter Angehörigen von zwei arabischstämmigen Großfamilien ist in Berlin-Neukölln ein Polizist durch einen gezielten Faustschlag verletzt worden. Der Beamte war nach Angaben der Polizei am Sonntagnachmittag mit weiteren Einsatzkräften in die Flughafenstraße gerufen worden, weil sich dort mehr als zehn Personen geprügelt hatten. Laut Zeugenaussagen sollen es zwischenzeitlich sogar noch weitaus mehr gewesen sein.

Insgesamt sieben Menschen seien bei der Prügelei verletzt worden, darunter auch ein Kind. Ein 18-Jähriger soll demnach die Nase eines 12-Jährigen gebrochen haben, wie die Polizei am Montag mitteilte. Als die rund 20 Polizisten am Tatort eintrafen, sollen einige der Schläger geflüchtet sein. Um die erhitzten Gemüter zu beruhigen und um Anzeigen aufzunehmen, hatten sich die Einsatzkräfte zwischen die beiden verfeindeten Gruppen gestellt. Dabei sei die Situation erneut eskaliert, so die Polizei. 

Nach Festnahme: 22-Jähriger versucht seinen Bruder zu befreien

Demnach habe ein 19-Jähriger versucht, zu den Mitgliedern des anderen Clans durchzubrechen. Beim Versuch, an den Polizisten vorbeizukommen, soll der aggressive junge Mann von einem  Polizeikommissar zu Boden gebracht worden sein. Daraufhin sei laut Polizei der drei Jahre ältere Bruder auf den Beamten zugestürmt und habe ihm einen Kinnhaken verpasst. Weitere Einsatzkräfte haben den in Rage geratenen 22-Jährigen nicht ganz stoppen können, hieß es.

Der Polizeikommissar sei durch den Faustschlag leicht verletzt worden. Der mittlerweile überwältigte Schläger habe nach seiner Festnahme weitere Polizisten beleidigt und bedroht. Neben den Körperverletzungsdelikten, die beim Streit der Gruppen verübt worden waren, kamen noch Strafanzeigen wegen des tätlichen Angriffs auf Polizeivollzugsbeamte und Bedrohung sowie Beleidigung hinzu.

Bei den beiden arabischstämmigen Familien soll er sich nach Informationen der Berliner Zeitung um keine großen kriminellen Clans handeln. In der Hauptstadt gibt es etwa ein Dutzend einflussreicher Großfamilien, von denen Angehörige im großen Stil der organisierten Kriminalität zuzurechnen sind.