Großwudicke - Die Brandenburger Polizei hat im Havelland einen Mann auf frischer Tat ertappt, der als Zusteller im großen Stil Pakete abgefangen haben soll. Der 35-jährige Verdächtige wurde am Dienstag in Großwudicke festgenommen, wie die Polizei nun mitteilte. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler soll er in mehr als 70 Fällen Waren aus dem Internet, die auf fremde Namen bestellt worden waren, persönlich für sich eingesackt haben. Seine Opfer waren häufig Senioren. 

„Bei seiner Festnahme konnten Polizisten Pakete sicherstellen, die bereits als ausgeliefert registriert waren“, erklärte Polizeisprecherin Stefanie Wagner-Leppin. Der verdächtige Paketbote wurde zum Tatvorwurf befragt, ließ sich jedoch nicht zur Sache ein, hieß es weiter. Er kam nach der erkennungsdienstlichen Behandlung vorerst wieder frei. 

Senioren erhielten Mahnungen für Pakete, die sie nie bekamen

Die Polizeiinspektion Havelland hatte seit März dieses Jahres insgesamt 76 Strafverfahren wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Bandenbetrugs, der Unterschlagung und Urkundenfälschung eingeleitet. Schnell war den Ermittlern klar, dass es sich dabei um einen Serientäter handeln muss. Durch die enge Zusammenarbeit der Polizei mit Sicherheitsdienst des Arbeitgebers konnte der Tatverdacht gegen den Paketboten schließlich erhärtet werden.

Nach Angaben der Polizei hatte er die Taten im Raum Rathenow und Milower Land begangenen. Seine Opfer, insbesondere Senioren, erhielten seinetwegen Rechnungen und Mahnungen zu Bestellungen, die sie selbst weder getätigt noch empfangen hatten. Der Polizei zufolge hatte er sich insbesondere auf Kleidung und Parfum abgesehen. Betroffen seien über 100 Firmen und Privatpersonen.