Ein minderjähriger Intensivtäter hat sich in Berlin-Reinickendorf eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Auf den vereisten Straßen im Stadtgebiet brachte er nicht nur sich, sondern auch seine Beifahrerin, einen Säugling und mehrere Fußgänger in Gefahr. Polizisten hatten zunächst versucht, den 17-jährigen Autofahrer an der Kreuzung Avenue Jean Mermoz / Seidelstraße zu stoppen, weil er viel zu schnell unterwegs war.

Statt anzuhalten, startete der Raser riskante Manöver, bei denen er unter anderem ein Polizeiauto rammte und einen Beamten am Bein verletzte. Insgesamt habe er laut Polizei sieben Verkehrsunfälle verursacht, anschließend Gas gegeben und sei geflüchtet. Bei der anschließenden Verfolgungsjagd gefährdete der Raser mehrere Fußgänger, indem er mit dem Fahrzeug über Gehwege fuhr. Zwei Männer konnten sich gerade noch rechtzeitig durch einen Sprung zur Seite retten.

Intensivtäter wehrt sich bei Festnahme und verletzt zwei weitere Polizisten

Bei seiner Festnahme leistete der polizeibekannte Jugendliche erheblichen Widerstand, so die Polizei. Demnach schlug er so wild um sich, dass zwei Beamte an den Armen verletzt wurden. Als die Einsatzkräfte ihm endlich Handschellen angelegt hatten, kontrollierten sie das Auto. Darin befanden sich laut Polizeiangaben seine 16-jährige Lebensgefährtin mit ihrem Säugling. Eine ärztliche Begutachtung in einem Krankenhaus ergab, dass beide unverletzt geblieben waren.

Bei der Durchsuchung des Pkw fanden die Einsatzkräfte rund 250 Gramm Amphetamin, drei Mobiltelefone und einen Baseballschläger. In seiner Wohnung konnten dagegen keine weiteren Beweismittel sichergestellt werden. Da die Polizisten davon ausgingen, dass der Jugendliche Drogen konsumiert hatte, wurde ihm Blut abgenommen. Anschließend wurde er der Kriminalpolizei übergeben.

Der Intensivtäter muss sich zusätzlich zu seinen zahlreichen Delikten nun auch wegen diesen Straftaten verantworten: Fahren ohne Führerschein, illegales Autorennen, Fahren unter berauschenden Mitteln, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr sowie Gefährdung anderer.