Berlin - Ein Mitarbeiter der Polizei Berlin ist in Neukölln auf frischer Tat ertappt worden, als er aus einem Auto heraus Drogen verkaufte. Ein Polizist war auf den Verdächtigen am späten Mittwochabend auf der Hobrechtstraße aufmerksam geworden. Demnach hatte er einen Mann am Straßenrand aufgegabelt, den er nur einige Meter weiter wieder absetzte. Da der Polizist davon ausging, dass es sich dabei um ein Kokstaxi handeln könnte, verfolgte er den Wagen und alarmierte Verstärkung.

Laut Mitteilung der Polizei parkte der Verdächtige an der Hobrechtstraße, Ecke Sonnenallee sein Auto und ging in ein Restaurant, wo er kontrolliert und festgenommen wurde. Ermittlungen ergaben, dass es sich bei ihm um einen 40-jährigen Objektschützer handelt, der bei der Polizei Berlin angestellt ist.

Bei einer Durchsuchung des mutmaßlichen Kokstaxis fanden die Einsatzkräfte acht kleine Gefäße, die nach Angaben der Polizei vermutlich mit Kokain gefüllt waren. Außerdem entdeckten sie eine vierstellige Summe Bargeld und sein Dienstausweis.

Drogenspürhunde finden Heroin in der Wohnung des Objektschützers

Im Kofferraum des Wagens lagen neben seiner Dienstkleidung auch sein Reizstoffsprühgerät und eine Polizeischutzweste. Er selbst trug zwei weitere Gefäße mit weißem Pulver bei sich, so die Polizei.

Da davon auszugehen war, dass der Mann mit Drogen handelt, vollstreckten Polizisten einen Durchsuchungsbeschluss in seiner Wohnung am Baumschulenweg. Dort fanden die Beamten weitere Beweismittel, darunter eine fünfstellige Geldsumme, die ebenfalls beschlagnahmt wurde. Drogensuchhunde spürten in einem Zimmer ein Tütchen mit braunem Pulver auf. Die Polizei geht davon aus, dass es sich dabei im Heroin handelt.

Seine Dienstwaffe und die dazugehörige Munition hatte der Objektschützer der Polizei Berlin sicherheitshalber weggeschlossen – wurde aber dennoch gefunden. Seine gesamte Dienstausrüstung wurde sichergestellt. Der Mann kam in der Nacht zunächst wieder frei. Ermittler versuchen nun herauszufinden, wer seine Hintermänner sind.

In Berlin floriert seit Jahren das Geschäft mit sogenannten Kokstaxis. Die Drogen-Lieferdienste organisieren sich häufig in Chat-Gruppen des Messenger-Dienstes Telegram. Einige Dealer versorgen nur einen kleinen Kundenkreis, in dem sich spontan über das Telefon verabredet wird.