Berlin - In Berlin-Mitte mussten Einsatzkräfte am Freitagnachmittag ein Fahrzeug zwangsweise öffnen. Dies teilte die Polizei Berlin am Sonnabend mit. Demnach bemerkten gegen 16 Uhr zwei Beamte der Fahrradstaffel ein Auto, das auf den Pariser Platz fahren wollte. Dies ist verboten. Die beiden Beamten nahmen die Verfolgung auf. Sie konnten den Wagen, als dieser den Platz wieder in Richtung Wilhelmstraße verließ, anhalten. Auf dem Fahrersitz saß eine Frau, die ein Handy in der Hand hielt, so die Polizei. Einer der Beamten sprach die Frau an. Diese öffnete die Seitenscheibe jedoch nur einige Zentimeter. Der Polizist forderte die Frau auf, den Wagen an den rechten Fahrbahnrand zu fahren.

Die Frau folgte der Aufforderung nicht und begann stattdessen den Polizisten zu filmen, heißt es. Während der mehrere Minuten andauernden Unterhaltung über den Grund der Maßnahme begann nun auch ihre Beifahrerin, den Polizisten zu filmen. Die Autofahrerin weigerte sich zudem, den Motor des Autos abzustellen sowie ihren Führerschein und den Fahrzeugschein zur Prüfung auszuhändigen. Zwischenzeitlich fuhr sie jedoch an den rechten Fahrbahnrand.

Frau verweigert sich – Polizei schlägt die Scheibe ein 

Wie die Polizei weiter mitteilte, forderten weitere hinzualarmierte Polizeikräfte ebenfalls erfolglos, die Autofahrerin zur Kooperation auf. Mit einem richterlichen Beschluss zur zwangsweisen Öffnung des Autos traten die Einsatzkräfte gegen 17 Uhr nochmals an die Autofahrerin heran und forderten sie letztmalig auf,  Führerschein und Fahrzeugschein zur Überprüfung auszuhändigen. Auch diesem letzten Appell verweigerte sie sich. Daraufhin schlug ein Polizist die hintere linke Seitenscheibe des Wagens ein und öffnete das Fahrzeug.

Die Einsatzkräfte holten die Frau aus dem Wagen heraus und fesselten sie. Ebenfalls aus dem Auto geführt wurde ihre Tochter. Nach einer Durchsuchung wurden die Handys von Mutter und Tochter beschlagnahmt. Beide Tatverdächtigen wurden nach Feststellung ihrer Identität am Ort entlassen. Sowohl gegen die Mutter als auch gegen ihre Tochter wurden Strafermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes eingeleitet. Die Frau muss sich zudem wegen Verstoßes gegen das Ordnungswidrigkeitengesetz, das Personalausweisgesetz sowie Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung verantworten.