Berlin - Die Polizei hat bei einer Demonstration von Mitte nach Prenzlauer Berg am Sonntag mehrere Verstöße gegen die Hygieneschutzbestimmungen festgestellt. Dies teilten die Beamten am Montag mit. Demnach ermittelt die Polizei nun in neun Fällen wegen des Verdachts des Gebrauchs von falschen Attesten. Zudem hielten die Beamten  offenbar 45 Ordnungswidrigkeiten wegen des Nichttragens von Mund-Nasen-Bedeckungen fest. 

Unter dem Motto „Für freie Bildung, kulturelle Vielfalt und künstlerisches Engagement in der Kulturhauptstadt Berlin“ demonstrierten etwa 180 Teilnehmer ab 15 Uhr, so die Polizei. Bei einer Zwischenkundgebung in der Metzer Straße/Straßburger Straße registrierten die Polizisten weitere Verstöße gegen die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung – die erforderlichen Mindestabstände sollen nicht eingehalten worden sein. Die Einsatzkräfte ahndeten offenbar auch diese Verstöße. 

Wie die Polizei berichtet, wiederholte der Versammlungsleiter daher über einen Lautsprecherwagen seine Aufforderungen an die Teilnehmer, die Hygieneschutzbestimmungen einzuhalten. In der Kollwitzstraße/Metzer Straße sollen sich etwa 100 Gegendemonstranten versammelt haben, die den Aufzug erreichen wollten und daher von den Beamten abgedrängt werden mussten.

Polizei: Unbekannte werfen Ei und Apfel gegen Demo-Wagen

Nach einer kurzen Zwischenkundgebung in der Diedenhofer Straße, bei der erneut Versammlungsteilnehmer wegen erkannter Verstöße gegen die Infektionsschutzbestimmungen überprüft werden mussten, zog der Aufzug mit stellenweise bis zu 450 Teilnehmenden weiter, heißt es. Unbekannte sollen gegen 16.15 Uhr in Höhe der Einmündung von der Knaackstraße in die Diedenhofer Straße ein Ei und einen Apfel gegen den im Aufzug mitfahrenden Lautsprecherwagen geworfen haben. Auch hier drängten Einsatzkräfte der Polizei Berlin Gegenprotestanten ab, um ein Aufeinandertreffen der Demonstrierenden zu unterbinden, so die Polizei.

Kurz nach 17 Uhr erreichte die Versammlung nach Angaben der Polizei den Endplatz in der Greifswalder Straße, wo die Demonstration nach einer Abschlusskundgebung gegen 19 Uhr durch den Versammlungsleiter beendet wurde. An dem Einsatz waren rund 300 Polizistinnen und Polizisten beteiligt.