Berlin - Mit Hilfe eines aufmerksamen Zeugen konnte die Polizei in der Nacht zu Dienstag in Berlin-Friedenau eine polnische Diebesbande festnehmen. Der 57-jährige Berliner war nach Angaben der Polizei um 2.10 Uhr durch laute Geräusche auf zwei Männer in der Stubenrauchstraße aufmerksam geworden, die gerade eine Yamaha zur nächsten Kreuzung schleppten. Als er die beiden Verdächtigen ansprach, ließen sie das Motorrad stehen und rannten weg, teilte die Polizei mit. 

Der Zeuge alarmierte die Polizei, die Dank seiner Personenbeschreibung die beiden Männer einem Auto zuordnen konnte. Hinzualarmierten Polizisten kontrollierten demnach am Tempelhofer Damm einen Toyota Corolla, der anderen Einsatzkräften in Tatortnähe aufgefallen war. In dem Auto saßen laut Polizei eine 22-jährige Frau sowie drei junge Männer im Alter zwischen 22 und 26 Jahren. Das Aussehen von zweien der Männer passte haargenau zu der Beschreibung des Zeugen.

Bei der Durchsuchung des Autos fanden die Polizisten bei einem der Polen Fahrzeugschlüssel für einen Renault Master. Zudem stellten die Beamten einen weiteren Schlüssel sicher, der als Tatwerkzeug zum Einstechen von Zündschlössern gedient haben soll.

Diebe verraten sich, weil zwei Polizisten polnisch verstehen 

Da zwei Polizisten am Einsatzort polnisch konnten, verstanden sie einen der Verdächtigen, wie er seinem Komplizen den Standort des Renault Masters zuflüsterte. Der beschriebene Kastenwagen stand tatsächlich an der beschriebenen Stelle. Auf dem Wagen, der an der Düppelstraße abgestellt worden war, fanden die Beamten vier weitere gestohlene Motorräder der Marken KTM, Yamaha und Suzuki. Alle Fahrzeuge wurden beschlagnahmt.

Die vier tatverdächtigen Polen kamen in einen Polizeigewahrsam, wo sie der Kriminalpolizei überstellt wurden. Sie sollen noch am heutigen Dienstag einem Richter zum Erlass von Haftbefehlen vorgeführt werden.

Polnische Diebesbanden im Fokus der Grenzpolizei 

Seit Jahren kontrolliert Brandenburgs Polizei in Zusammenarbeit mit der Polizei Berlin vor allem nachts wichtige Straßen zwischen Berlin und Polen. Banden aus dem östlichen Nachbarland und aus Belarus haben sich auf den Diebstahl von Autos und Motorrädern spezialisiert. Nach ihren Diebestouren in der Hauptstadt versuchen sie dann im Dunkeln entweder direkt über die Autobahn oder über schmale Landstraßen nach Polen zu gelangen. 

Um gegen diese organisierten Banden vorzugehen, arbeiten Brandenburger und polnische Ermittler seit Jahren eng zusammen. Jede Nacht fahren Streifen, die auffällige Fahrzeuge aus dem Verkehr ziehen und kontrollieren.