Berlin - Der Angriff auf einen Bundeswehrsoldaten in der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit war aus Sicht des Verteidigungsministeriums ein Einzelfall. Für die Arbeit der Bundeswehr in der Corona-Amtshilfe gebe es bei Behörden und in der Bevölkerung viel Zustimmung, betonte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch. Zu dem Angriff kam es laut Polizei am Dienstag gegen 16.30 Uhr. Der Täter entkam unerkannt.

Laut Polizei soll der 23-jährige Hauptgefreite am Dienstag gegen 16.30 Uhr von hinten angegriffen worden und durch einen Stoß zu Boden gegangen sein. Nach Angaben der Polizei und des Ministeriums wurde der Mann leicht verletzt. Nach dem Täter wird weiterhin gesucht. Strafermittlungen seien eingeleitet worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Laut Ministerium konnte der Soldat nach Dienstschluss nach Hause gehen.

Opfer wurde gefesselt – Ritual unter Kameraden nicht ausgeschlossen

Mehrere Medien berichteten am Mittwoch, dass es sich bei dem Angriff auf den Hauptgefreiten um einen schlechten Scherz unter Bundeswehrsoldaten handeln könnte. Dies wollte die Polizei offiziell auf Anfrage nicht bestätigen. „Aufgrund der Einlassungen des Betroffenen ist auch derzeit von keinem schwerwiegenden Angriff auszugehen“, sagte ein Polizeisprecher am Mittwochnachmittag der Berliner Zeitung. Aus Polizeikreisen hieß es, dass ein Ritual unter Kameraden nicht ausgeschlossen werde kann. 

Nach Spiegel-Informationen soll der Corona-Helfer nicht nur körperlich attackiert, sondern auch mit einer Handschelle an ein Heizungsrohr auf einer Toilette des Verwaltungsgebäudes in der Oranienstraße gefesselt geworden sein. Der unbekannte Täter soll wortlos geflüchtet sein. 

Lange war unklar, ob der Täter noch im Haus ist

Nach dem Angriff durchsuchten Einsatzkräfte der Polizei das mehrstöckige Gebäude bis in den Dienstagabend hinein - jedoch ohne Erfolg. Der Polizeisprecher sagte, Mitarbeiter der Verwaltung seien nicht gefährdet gewesen. Zunächst war nicht klar, ob der Angreifer noch im Haus ist. Angestellte durften aus diesem Grund ihre Büros bis in den Abend hinein nicht verlassen.