Berlin - Fünf Personen haben am Freitagnachmittag in Berlin-Neukölln mit Baseballschlägern, Totschlägern und Pfefferspray zwei junge Männer angegriffen und schwer verletzt. Ersten Erkenntnissen zufolge beobachteten Schaulustige das Geschehen vor einem Supermarkt, bis ein Polizist, der sich außer Dienst befand, schließlich eingriff. Wie die Polizei mitteilte, konnte sie zwei der mutmaßlichen Täter stellen und festnehmen.

Der Vorfall soll sich gegen 15.15 Uhr hinter einem Rewe-Supermarkt in der Rollbergstraße abgespielt haben. Ein 22-jähriger Mann war demzufolge nach seinem Einkauf auf dem Rückweg zum Auto von fünf Männern umringt, geschlagen und getreten worden. Die Tatverdächtigen hätten dabei laut Polizeiangaben auch Baseballschläger, Totschläger und Pfefferspray gegen den am Boden liegenden Mann eingesetzt.

Nachdem der im Auto wartende Begleiter das Geschehen mitbekommen hatte, stieg er aus, um zu schlichten. Zwei der Tatverdächtigen seien dann auf ihn zugekommen und hätten ihn mit einem Totschläger am Arm verletzt. Einer der Angreifer soll dann mit einem unbekannten Schlagwerkzeug das Glas des rechten Außenspiegels und des Schiebedachs zerstört haben.

Polizist nimmt die Verfolgung auf

Nach ersten Erkenntnissen von vor Ort versammelten sich Passanten und schauten dem Treiben minutenlang untätig zu. Ein Polizist, der sich außer Dienst befand und sich zufällig auf dem Parkplatz aufhielt, bekam die Situation mit. Er sei auf die Täter zugelaufen und habe sich als Polizist zu erkennen gegeben. Anstatt den Beamten ebenfalls anzugreifen, flüchteten die Angreifer.

Der Polizist verfolgte zwei der mutmaßlichen Täter zu Fuß und rief telefonisch Verstärkung. An der Boddinstraße konnten uniformierte Beamte die beiden Männer stellen. Während der Flucht soll der Polizist gesehen haben, wie die Täter ihre Tatwerkzeuge wegwarfen. Er konnte auch diese sichern und später den Kollegen übergeben. Die Kriminalpolizei sicherte hinter dem Supermarkt Spuren und befragte Zeugen. 

Der 22-jährige Verletzte kam mit mehreren Platzwunden am Kopf zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus. Sein 23-jähriger Begleiter erlitt Schwellungen am Arm. Eine ärztliche Behandlung lehnte er ab. Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung.