Berlin - In Neukölln sollen drei Jugendliche oder Heranwachsende einen Obdachlosen angegriffen und sein Zelt angezündet haben. Wie die Polizei mitteilte, kam es zu der Attacke in einem Park an der Gutschmidtstraße in Britz. Das 59-jährige Opfer erzählte den Einsatzkräften, dass das Trio ihn am Freitagabend gegen 20 Uhr gewaltsam aus seinem Zelt getrieben habe. Anschließend sollen sie mit Stöcken auf den wehrlosen Mann eingeschlagen und ihn mehrmals getreten haben. 

Der 59-Jährige sei daraufhin weggelaufen. Als er kurze Zeit später zurückkehrte, stand nach Angaben der Polizei sein Zelt in Flammen. „Trotz der Löschversuche alarmierter Feuerwehrleute brannte das Zelt samt aller Habseligkeiten des Mannes vollständig nieder“, erklärte eine Polizeisprecherin. Der Obdachlose wurde durch die Schläge und Tritte verletzt. Dennoch lehnte er eine ärztliche Behandlung ab. 

Kurz darauf der nächste Angriff auf einen Obdachlosen 

Nur zwei Stunden später musste die Feuerwehr erneut ausrücken, da ein zweites Zelt eines anderen Obdachlosen niederbrannte. Offenbar hatten sich die drei Täter ein nächstes Opfer gesucht. Die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung durch Feuer dauern an.

Immer mehr Obdachlose werden in der deutschen Hauptstadt Opfer von Gewalt. 2018 zählte die Polizei 328 Angriffe auf wohnungslose Menschen. Im Jahr zuvor hatte die Polizei lediglich insgesamt 272 solcher Delikte erfasst. Die Zahlen steigen seit Jahren kontinuierlich an. Im Jahr 2014 zählte die Behörde nur 110 Gewaltdelikte gegen Wohnungslose.

Obdachloser stirbt nach Brandanschlag 

Erst vor etwa einem Monat waren am S-Bahnhof Tiergarten zwei 52 und 60 Jahre alte Obdachlose von einem Unbekannten attackiert worden. Der Täter hatte unter anderem einen E-Scooter auf einen der schlafenden Männer geworfen, den anderen mehrfach getreten und sich in herablassender Weise über beide geäußert. Als ein Zeuge eingriff, flüchtete der Täter. 

In Berlins Bahnhöfen und Parks kommt es immer wieder zu Angriffen auf Obdachlose. Im Juli 2018 hatte ein 48-Jähriger am Berliner S-Bahnhof Schöneweide zwei Obdachlose mit Benzin übergossen und angezündet. Einer der beiden starb vier Monate später an den Folgen seiner Brandverletzungen. Der Täter wurde vom Landgericht Berlin zu acht Jahren Haft verurteilt. 

Auch Anfang Januar erlitt ein 45-jähriger Obdachloser schwere Brandverletzungen, als er im Schlaf angezündet wurde. Er hatte im Vorraum einer Sparkassenfiliale gelegen.