Berlin - Die Polizei Berlin ermittelt in einem Fall der versuchten Vergewaltigung. Nach Informationen der Berliner Zeitung soll ein aus Polen stammender Mann eine Frau überfallen und sexuell missbraucht haben. Nach Angaben des polizeiinternen Berichts von Samstag ging die Frau am Samstag in Nähe des Kudamms durch Wilmersdorf. Sie schob einen Kinderwagen mit einem darin befindlichen Kleinkind vor sich her. Am Olivaer Platz an der Ecke zur Bregenzer Straße wurde sie nach derzeitigem Ermittlungsstand dann von dem Mann attackiert.

Der polizeibekannte Tatverdächtige habe der Frau „unter den Rock gefasst“ und „versucht, den Finger unter den Rock zu schieben und in sie einzudringen“, heißt es in dem zum Tatgeschehen angelegten Vorgang. Nach Angaben der überfallenen Frau habe der Mann dabei „eine Erektion“ bekommen.

Alarmierte Polizeikräfte konnten den Mann wenig später festnehmen. Anschließend wurde er in das für Sexualdelikte zuständige Landeskriminalamt 134 eingeliefert. Der Mann soll laut Polizei 3,57 Promille im Blut gehabt haben und aus der Berliner Obdachlosenszene stammen. So sei er ohne festen Wohnsitz und habe gegenüber den Beamten angegeben, in Deutschland zu sein, „weil man hier kostenlos wohnen kann und prima betteln kann“, wie es in dem polizeiinternen Schreiben wörtlich heißt. 

Tatverdächtiger hat 120 Einträge bei der Polizei und gilt als Gewalttäter

Der Tatverdächtige ist zudem bereits mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Nach Polizeiinformationen hat er 120 Einträge und wird als Gewalttäter geführt. Zudem findet sich in den Polizeiakten nach Informationen der Berliner Zeitung ein Vermerk mit dem Hinweis „Politisch motivierte Kriminalität Rechts“. Der Mann wurde nach seiner Festnahme einem Ermittlungsrichter vorgeführt, dieser erließ Haftbefehl.

Der Wilmersdorfer Abgeordnete Marcel Luthe (Freie Wähler) sagte der Berliner Zeitung dazu: „Wer wie der SPD-Innensenator Geisel die Polizei als Wahlkampfmittel missbraucht und Innenpolitik als Show betreibt, muss sich nicht wundern, dass die Zahl der Opfer derart widerlicher und immer unverhohlener Sexual- und Gewalttaten 2020 einen neuen Rekord erreicht hat“. Dass der Täter zudem „mehrfach vorbestraft sei und offenbar nur für Straftaten in Berlin ist“, schlage „dem Fass den Boden aus. Berlin verdient Sicherheit!“

Laut Polizeilicher Kriminalstatistik sind in Berlin im vergangenen Jahr 4468 Menschen Opfer einer Sexualstraftat geworden. Das ist ein Anstieg im Vergleich zu 2019 (4438 Opfer) und zu 2018 (4040 Opfer). Im vergangenen Jahr wurden 3121 Tatverdächtige in Zusammenhang mit Sexualstraftaten ermittelt. 94,9 Prozent davon waren männlich, 35,8 Prozent hatten laut Polizeistatistik nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Der Anteil der Tatverdächtigen unter 21 Jahren betrug 23,6 Prozent.