Berlin - Am Park am Gleisdreieck ist es am Donnerstagabend erneut zu einem Polizeieinsatz gekommen. Wie Zeugen von vor Ort berichteten, kam es unweit des U-Bahnhofs Gleisdreieck in Kreuzberg zu Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Jugendlichen. Bereits am Abend zuvor waren in dem Bereich Kontrollen zur Einhaltung der Corona-Regeln eskaliert.

Auch am Donnerstag kam es nun zu Randale, nachdem Polizisten die Infektionsschutzverordnung durchsetzen wollten. Ein Großaufgebot der Polizei hatte gegen 20.30 Uhr mehrere Gruppen angesprochen und aufgefordert, sich an die Corona-Regeln zu halten und den Park zu verlassen. Nach Angaben der Polizei reagierten die vor allem Jugendliche und Heranwachsende teilweise sehr aggressiv. Die Einsatzkräfte wurden beleidigt und attackiert.

Randalierer sprüht Inhalt eines Feuerlöschers auf Polizisten

Etwa 50 bis 70 Jugendliche und Heranwachsende wurden von Polizisten zum Bahnhof Gleisdreieck begleitet. Mehrere junge Leute sollen der Polizei zufolge eine Dixitoilette umgestoßen haben. Kurz darauf seien vier Polizisten von einem jungen Mann am Eingang zum Bahnhof mit dem Inhalt eines Feuerlöschers besprüht worden. Die Beamten erlitten Atembeschwerden und Augenreizungen. Eine Verfolgung der Täter sei nicht möglich gewesen, da ihre Sicht vernebelt war. Auch andere Menschen im Bahnhof erlitten durch den Sprühnebel Hustenreiz und Atembeschwerden. Der Tatverdächtige konnte flüchten.

Polizisten nahmen am Abend von elf 15- bis 27-jährigen Jugendlichen und jungen Männern die Personalien auf. Die Beamten beschlagnahmten zudem ein Handy, mit dem die Tat gefilmt worden sein soll und sicherten Videoaufzeichnungen aus dem Bereich des Bahnhofs. Offenbar flogen auch Steine, berichteten Zeugen. Die verletzten Beamten mussten vor Ort von Notfallsanitätern behandelt werden.

Auch in der Luckauer Straße sollen Steine in Richtung der Beamten geflogen sein. Nach ersten Erkenntnissen wurde mindestens ein Auto beschädigt. Erst einer Einsatzhundertschaft sei es gelungen, wieder für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Die Einsatzkräfte sollen diverse Anzeigen unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs, Körperverletzung und Sachbeschädigung geschrieben haben.

Polizeigewerkschaft: Nicht nachvollziehbare Corona-Regeln sorgen für Eskalationen

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) in Berlin kritisierte die ständigen Neuerungen und Beschlüsse im Zusammenhang mit der Corona-Politik. Berlins Polizisten müssten die politischen Entscheidungen, die an Schreibtischen und in Sitzungssälen getroffen würden, auf der Straße umsetzen. „Die unübersichtlichen und für den Bürger oft nicht nachvollziehbaren Regeln des Senats erschweren den Einsatzkräften von Polizei Berlin und Ordnungsamt das Leben“, erklärte DPolG-Landeschef Bodo Pfalzgraf. „Hinzu kommt, dass die schwindende Akzeptanz der politischen Entscheidungen rasch in eine Eskalationsspirale führt“, so Pfalzgraf weiter.