Berlin - Radfahrende leben gefährlich in der Hauptstadt. Die Polizei Berlin wird deshalb im Zuge der Unfallprävention ab Montag alle Verkehrsteilnehmer auf zwei Rädern ganz genau im Blick haben. Eine Woche lang wird ein Großaufgebot von Polizisten an Kreuzungen und Radwegen auf Verstöße von Radfahrenden und gegen Radfahrende achten. Auch Nutzer von E-Bikes, E-Rollern und Segways werden kontrolliert. 

Für die Schwerpunkteinsätze werden sich die Einsatzkräfte insbesondere an bestimmten Brennpunkten in der Stadt positionieren, sagte Polizeisprecher Martin Halweg der Berliner Zeitung. Wo genau, will und kann die Polizei im Vorfeld nicht mitteilen.

An einigen Stellen in der Stadt kommt es laut Polizei sehr häufig zu Verstößen mit Folgen: Dazu gehören zum Beispiel die Kreuzung Karl-Marx-Allee/Otto-Braun-Straße am Alexanderplatz und die Kreuzung zwischen Torstraße, Friedrichstraße und Chausseestraße am Oranienburger Tor. Auch die Ecke Oranienburger Straße/Linienstraße sei ein Unfall-Hotspot, der besondere Aufmerksamkeit erfordere. 

Auch Auto- und Lkw-Fahrer werden von der Polizei genau beobachtet 

„Die Einsatzkräfte werden bei den Radfahrenden vor allem auf Rotlichtverstöße, Fahren auf dem Gehweg oder technische Mängel des Rades achten“, erklärte der Polizeisprecher. Der Fokus liegt aber eben nicht nur auf den Zweiradfahrern. Auch Auto- und Lkw-Fahrer, die auf Radwegen parken, keinen Schulterblick machen oder beim Abbiegen die Vorfahrt missachten, werden sofort gestoppt. Für Zwei- und Vierradfahrer gilt gleichermaßen: Der Sicherheitsabstand von 1,50 Meter muss eingehalten werden – auch beim Warten an roten Ampelkreuzungen. 

Für die Einsatzwoche werden viele Polizisten benötigt, die sich im Stadtgebiet verteilen, so Halweg. Vor allem Beamte vom Verkehrssicherheitsdienst und der Fahrradstaffeln werden sich auf die Lauer legen. Sie werden je nach Bedarf von Polizisten der einzelnen Abschnitte unterstützt. 

Polizei Berlin: 17 tote Radfahrer im vergangenen Jahr

Hintergrund der Aktion sind die zahlreichen Unfälle, bei denen Radfahrende schwer verletzt werden oder sogar ums Leben kommen. So registrierte die Berliner Polizei im vergangenen Jahr 17 tote Radfahrerinnen und Radfahrer, davon waren sieben im Seniorenalter. Mehr als die Hälfte – insgesamt neun Radler – starben, weil sie von abbiegenden Kraftfahrzeugen erfasst und getötet wurden. 

In diesem Jahr sind bisher sechs Radfahrende nach Unfällen gestorben.