Berlin - Körperverletzung, Beleidigung, Erpressung und sogar Totschlag: Rechtsextremismus gibt es auch in einer liberalen Stadt wie Berlin. Das zeigt eine soeben veröffentlichte Statistik des Berliner Senats, der sich hierbei auf Daten der Polizei beruft. Zwischen den Jahren 2018 und 2020 registrierten die Ermittler 6309  Kriminalfälle in Berlin, bei denen eine rechte politische Motivation festgestellt wurde. Im Jahr 2021 kam es (Stand 5. Juli) bereits zu 766 rechten Delikten. Die neuen Zahlen sind Bestandteil einer Senatsantwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen.

Ganz oben in der Statistik steht die Straftat Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Die Polizei registrierte in den Jahren 2018 bis 2020 fast 2800 solcher Fälle. Im gleichen Zeitraum kam es auch zu 1322 Beleidigungen, in 807 Fällen zu Volksverhetzung und fast 370-mal zu Sachbeschädigung. In 16 Fällen wurden Polizisten angegriffen.

Die Statistik weist für den Zeitraum 2018 bis 2020 außerdem 42 Fälle von Erpressung, 140 Fälle von Bedrohungen, 131 Fälle von gefährlicher Körperverletzung und einen Totschlag aus – alle Taten begangen mit rechter Motivation.

Im laufenden Jahr 2021 erfasste die Polizei 364-mal das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Die Ermittler registrierten zudem 158 Beleidigungen und 21 Körperverletzungen.

Der Bezirk Mitte führt für den Zeitraum 2018 bis 2020 die Statistik rechter Delikte mit insgesamt 1339 Fällen an. Und auch in diesem Jahr liegt Mitte mit bereits 136 Fällen vorne.

Von 2018 bis 2020 gab es die wenigsten rechten Delikte in Reinickendorf (249 Fälle). Zur gesamten Statistik geht es hier.