Berlin - Ein Mercedes-Fahrer hat am Freitagmorgen einen 24-jährigen Fußgänger in Berlin-Prenzlauer Berg erst angefahren und daraufhin körperlich attackiert. Wie die Polizei mitteilte, wollte der 24-Jährige die Fahrbahn der Kreuzung Bötzowstraße und Hufelandstraße gegen 9.30 Uhr überqueren, als der Mercedes mit potenziell überhöhter Geschwindigkeit auf ihn zufuhr. Nach Angaben von Zeugen soll der Fahrer des Wagens kurz vor dem Fußgänger stark abgebremst haben, um einen Aufprall zu verhindern.

Als der 24-Jährige dem Fahrer anschließend zu verstehen gab, dass er sich an die vorgegebene Geschwindigkeitsbeschränkung zu halten habe, soll der Fahrer plötzlich wieder Gas gegeben und den Fußgänger mit dem Außenspiegel seines Autos touchiert haben. Schließlich soll der unbekannt gebliebene Tatverdächtige ein weiteres Mal gebremst, ausgestiegen und auf den Angefahrenen zugegangen sein, um diesen zu schlagen, zu Boden zu bringen und dort zu treten.

Der 24-Jährige erlitt bei dem Vorfall leichte Verletzungen, mit denen er sich eigenständig in Behandlung begeben wollte. Der Mercedes-Fahrer konnte unerkannt mit seinem Wagen fliehen. Die Polizei Berlin hat die Ermittlungen übernommen.

Es ist nicht das erste Mal, dass es im Bötzowviertel in Prenzlauer Berg zu Konflikten zwischen Verkehrsteilnehmern kommt. Genau an derselben Straßenkreuzung war im März eine Verkehrskontrolle des Pankower Ordnungsamts eskaliert. Die Polizei wurde hinzugerufen. Das Vorgehen der Beamten wurde gerade von Anwohner als zu hart kritisiert. Der Fall sorgte für viel Aufmerksamkeit und löste eine heftige Debatte über adäquates Vorgehen der Polizei in Berlin aus.