Berlin - In Berlin sind wegen des Brandes einer Versorgungsleitung am Samstagmorgen etwa 15.000 Haushalte im Ortsteil Prenzlauer Berg ohne Strom gewesen. Dicke Rohre, die an der Dänenstraße den S-Bahnring überqueren und zwischen denen Kabel verlaufen, standen ab 3.15 Uhr komplett in Flammen, wie die Polizei mitteilte. Es dauerte bis zum Nachmittag, bevor die Stromausfälle behoben waren.

Mitarbeiter des Stromnetz Berlin, der Wasserbetriebe und der Bahn seien bis in die Morgenstunden vor Ort gewesen. Nach ersten Erkenntnissen gehe man derzeit von einem Brandanschlag aus. Wie groß der entstandene Schaden ist, lasse sich noch nicht genau sagen.

Das Feuer in der Dänenstraße beschädigte bisherigen Informationen zufolge eine Wasserleitung. Dadurch soll der Brand eingedämmt worden sein. Gleichzeitig sollen jedoch große Mengen Wasser auf die Bahngleise gelaufen sein.

Feuerwehr meldet: Brand ist gelöscht

Die Feuerwehr schrieb um kurz nach 9 Uhr, der Brand sei gelöscht. Der Strom war zu diesem Zeitpunkt aber noch lange nicht wieder hergestellt. Entsprechend hieß es seitens der Feuerwehr auf Twitter: „Aufgrund der Brandschäden an der Stromversorgung besteht aktuell im Bereich Gleimviertel und Helmholtzkiez für vereinzelte Haushalte Stromausfall. Schadensbehebung läuft derzeit.“

Oft steckten Linksextremisten hinter Anschlägen auf Infrastruktur

Der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Benjamin Jendro, twitterte: „Das ist keine politische Meinungsäußerung. Wer Brandanschläge auf wichtige Bestandteile unserer Infra- und Versorgungsstruktur verübt, handelt absolut sinnfrei und greift unser demokratisches Zusammenleben an. Diese extremistischen Anschläge fordern vielleicht keine Menschenleben, sind aber dennoch ein perfider Versuch zu destabilisieren, was man nicht kleinreden sollte.“

In der Vergangenheit hatte es in Berlin schon des Öfteren Anschläge auf die Infrastruktur gegeben. Die Täter waren laut Bekennerschreiben im Internet oft Linksextremisten. Es werde nun geprüft, ob der für extremistische Taten zuständige Staatsschutz im Landeskriminalamt (LKA) die Ermittlungen übernimmt. Auf jeden Fall wurde er eingeschaltet, wie es hieß. Die Kriminalpolizei schloss aber auch eine unpolitische Brandstiftung oder eine fahrlässige, also versehentliche Brandstiftung, nicht aus.