Berlin - Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Berliner Polizei hat am frühen Freitagmorgen eine Wohnung in Berlin-Pankow gestürmt. Die Beamten vollstreckten in einem Haus an der Schönerlinder Straße ab 6 Uhr einen Durchsuchungsbeschluss der Staatsanwaltschaft. Ermittelt wird gegen den 73-jährigen Bewohner wegen des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, sagte Staatsanwaltssprecherin Mona Lorenz. 

Ermittler wurden durch Hinweise aus der Bevölkerung auf den mutmaßlichen Neonazi aufmerksam. „Der Mann soll in der Öffentlichkeit einen Ring und eine Uhr mit Nazi-Symbolen getragen haben“, erklärte Lorenz der Berliner Zeitung. Da nicht klar war, welche Gefahr von dem Rechtsextremisten ausgeht und Polizisten Waffen in dem Haus vermuteten, wurde die Razzia von SEK-Beamten unterstützt. Auch eine Einsatzhundertschaft war vor Ort, um die Durchsuchungen abzusichern.

Razzia bei mutmaßlichen Neo-Nazi: Polizei findet Waffen in dem Haus

Der Einsatz sei laut Staatsanwaltschaft erfolgreich verlaufen. Die Uhr und der Ring konnten sichergestellt werden. Zudem haben die Polizisten zwei Waffen gefunden, bei denen nun geprüft wird, ob sie dem Waffengesetz unterliegen. Dabei handelt es sich der Sprecherin zufolge um eine Schreckschusswaffe und ein Luftdruckgewehr.

Der Verdächtige sei zunächst nicht festgenommen worden. Der Einsatz habe vor allem der Beweismittelsicherung gedient. Die Ermittlungen in dem Fall dauern an.