Berlin - Sie gaben vor, reinrassige und gesunde Hundewelpen zu verkaufen. In Wahrheit handelten sie mit kranken, viel zu jungen Tieren, die nicht einmal geimpft waren. Der Berliner Polizei ist ein Schlag gegen eine organisierte Bande gelungen, die mit dem Leid von Tieren Geld verdiente. Auch eine Tierärztin soll involviert sein.

Monatelange Ermittlungen hatten LKA-Beamte und Staatsanwaltschaft auf die Spur der betrügerischen Tierquäler gebracht. Am Mittwoch wurden Wohnungen und Büros der Verdächtigen durchsucht. Im Fokus stehen zwei 28- und 33-jährige Frauen sowie ein 40-jähriger Mann. Gegen sie wird wegen gewerbsmäßigen Betruges ermittelt, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Bei den Durchsuchungen wurden unter anderem rund 150 Kaufbelege für Hundewelpen, ein hoher Geldbetrag und neun Hundewelpen gefunden, die in die Obhut des Veterinäramtes übergeben wurden.

Kranke Tiere mussten eingeschläfert werden

Die Verdächtigen sollen von April 2020 bis zum 18. November 2020 illegal mit Hundewelpen gehandelt haben. Vermutlich reichen die Taten noch weiter zurück, was die Ermittler jedoch erst noch nachweisen müssen. Eine 57-jährige Tierärztin soll laut Staatsanwaltschaft Beihilfe geleistet haben. Sie soll von Ende März bis Ende Oktober des vergangenen Jahres Impfpässe für die Tiere ausgestellt haben. Geimpft wurde jedoch keiner der Welpen, so die Ermittlungsbehörden.

Über Online-Inserate sollen die Tiere zum Verkauf angeboten worden sein. In den Annoncen hieß es, dass es sich um reinrassige, gesunde und mindestens acht bis zehn Wochen alte Welpen handeln würde, erklärte ein Polizeisprecher. Darüber hinaus wurden die Tiere als geimpft und entwurmt angeboten.

„Die Käufer stellten jedoch kurze Zeit später fest, dass die Welpen nicht den Beschreibungen entsprachen und einige trotz teils hoher Tierarztkosten wegen ihres Gesundheitszustandes eingeschläfert werden mussten“, so der Sprecher. Die meisten Welpen seien zu jung zum Verkauf, nicht reinrassig und krank gewesen.

Auch in der Tierarztpraxis wurden Beweismittel gesichert und ein Vermögensarrest erwirkt. Unterstützt wurden die Polizisten vom Veterinäramt sowie dem Landesamt für Gesundheit und Soziales.