GSG9 und SEK im Einsatz: Berlin verbietet Hells-Angels-Gruppe „Berlin Central“

In Reinickendorf findet derzeit eine Razzia statt. Hintergrund ist ein Verbot einer Hells-Angels-Ortsgruppe. 

Kutten der Hells Angels.
Kutten der Hells Angels.dpa

Berlins Innensenatorin Iris Spranger hat die Rockergruppe „Hells Angels MC Berlin Central“ verboten. Im Zuge dessen wird derzeit eine Razzia an der Meteorstraße in Reinickendorf gegen die Rocker-Gruppierung durchgeführt. In mehr als 40 Wohnungen, Hafträumen und dem Clubhaus in Berlin Reinickendorf laufen seit den frühen Morgenstunden Durchsuchungen. Die Kräfte der Polizei einschließlich einer Vielzahl von Spezialeinsatzkommandos und Einheiten der GSG 9 sind dabei in vier Bundesländern gleichzeitig im Einsatz (Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt). Die Durchsuchungen dauern derzeit noch an.

Mit dem aktuellen Verbot des „HAMC Berlin Central“ werde das ursprüngliche Verbot des „HAMC Berlin City“ und dessen Unterstützergruppierung „MG 81“ bekräftigt, teilte die Senatsinnenverwaltung am Donnerstag mit. Das Verbot erging am 30. Mai 2012 und ist seit 2020 bestandskräftig. Bei dem nunmehr verbotenen „HAMC Berlin Central“ handelt es sich nach Ansicht der Senatsinnenverwaltung um „eine Ersatzorganisation“. 

Drogenhandel, Prostitution, Waffenbesitz und Wettbüro-Mord

Die Behörde teilte weiter mit: „Als eines von drei in Berlin ansässigen „Chartern“ der weltweit agierenden Hells Angels-Bewegung entfaltete die Organisation ihre Aktivitäten maßgeblich in Berlin. Dabei verfolgte der Verein die verfassungswidrigen Bestrebungen des „HAMC Berlin City“ weiter. Unterstützt wurde er von der Gruppierung „MP 81 Berlin Central“. Nach dem Verbot des „HAMC Berlin City“ im Jahr 2012 kam es zunächst zu einer Neuorganisation durch die Gründung von vier „Chartern“ („HAMC Northtown“, „HAMC Easttown“, „HAMC Southtown“ und „HAMC Westtown“)“.

Deren Wirken endete nach umfangreichen Verhaftungen im Zusammenhang mit dem sogenannten „Wettbüromord“ im Jahr 2014 und der Flucht mehrerer Tatverdächtiger ins Ausland. Es kam zur Selbstauflösung. Daraufhin gründete sich der „HAMC Berlin Central“, um „HAMC Berlin City“ zu ersetzen. „Mit dem heutigen Verbot wird dieses Wirken unterbunden“, so die Senatsinnenverwaltung.

„Wie der Wolf im Schafspelz“

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) teilte am Donnerstag dazu mit: „Wir begrüßen das Verbot und die heutigen Maßnahmen, weil es ein klares Zeichen des Rechtsstaates gegen die Organisierte Kriminalität ist. Rockergruppierungen wie die Hells Angels sind in den letzten Jahren vielleicht nicht mehr so öffentlichkeitswirksam in Erscheinung getreten, aber nach wie vor in verschiedenen Bereichen der Schwerstkriminalität wie Schutzgelderpressung, Waffen-und Drogenhandel aktiv. Das ändert sich auch nicht, nur weil man sich einen neuen Namen gibt und wie der Wolf im Schafspelz eines gesitteten Vereinslebens die wahren Aktivitäten verschleiern möchte.“

Drogenhandel, Prostitution und Waffenbesitz sind häufige Vorwürfe gegen die Hells Angels. Zuletzt haben Ermittlungen in Zusammenhang mit dem verschlüsselten Krypto-Messengerdienst EncroChat einige Mitglieder auffliegen lassen. Art. 9 Abs. 2 des Grundgesetzes erlaubt ein Verbot der Clubs.