Berlin - In ganz Berlin hat es am Donnerstagmorgen mehrere Razzien wegen des möglichen Betrugs mit Corona-Hilfen in Millionenhöhe gegeben. LKA, Polizei, Steuerfahndung und Zollämter durchsuchten ab 6 Uhr zehn Wohnungen, sechs Geschäftsräume und ein Geschäft. Wie die Polizei mitteilt, geht es um sieben Ermittlungsverfahren. Bei den Razzien wurden schriftliche Unterlagen sowie diverse Speichermedien sichergestellt. 190 Polizeibeamte waren am Donnerstagmorgen im Einsatz.

Der Hintergrund: Einem Rechtsrechtsanwalt wird zur Last gelegt, für andere Unternehmen 21 Millionen Euro an Corona-Hilfen mutmaßlich widerrechtlich beantragt zu haben. 16 Millionen Euro davon wurden ausgezahlt. Es ging dabei um Anträge auf Überbrückungshilfen (II und III) sowie auf November- und Dezemberhilfen. Der Verdacht richtet sich, von dem Rechtsanwalt abgesehen, auch gegen neun weitere Beschuldigte.

Es besteht der Verdacht, dass der Anwalt seine Verpflichtungen als prüfender Dritter nicht erfüllt hat, sondern gemeinsam mit den weiteren neun Beschuldigten die Anträge in betrügerischer Absicht gestellt hat, heißt es seitens der Polizei.  

Über die Firmen wurden offenbar wahllos Kosten abgerechnet

Die Ermittler stießen auf Auffälligkeiten bei den verschiedenen Anträgen. Zudem ließen sich die Firmen nur schwer mit angeblichen Kosten im hohen sechsstelligen Bereich in Zusammenhang bringen, erklärte die Polizei am Donnerstag. Die polizeiliche Prüfung habe gezeigt, dass in den Anträgen wahllos Kosten geltend gemacht wurden, um hohe Abschläge zu generieren.

Ein erheblicher Teil der Gelder konnte bereits gesichert werden. Unabhängig von diesem Ermittlungskomplex werden aktuell noch in mehreren Tausend weiteren Fällen Ermittlungen in Berlin geführt.