Berlin - Sie besorgten sich Waffen und trainierten für einen Aufstand gegen den Staat. Die Mitglieder einer neuen rechtsextremen Gruppe namens „Berserker Clan“ formierten sich. Doch Ermittler wurden auf die selbst ernannten „Freiheitskämpfer“ aufmerksam. Am Mittwochmorgen stürmten Beamte mehrerer Spezialeinsatzkommandos 14 Wohnungen und Büros in Berlin, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Hessen. Bei der großangelegten Razzia wurden Beweismittel und Waffen sichergestellt. 130 Polizisten waren im Einsatz.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Berlin wird gegen 15 Beschuldigte seit etwa einem Jahr wegen einer Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung ermittelt. Der Rädelsführer ist ein 40-jähriger Berliner. Den Hinweis erhielt die Polizei von einem Zeugen.

Aus der Hauptstadt heraus verbreitete sich die Ideologie in andere Bundesländer. Um wen es sich bei dem Mann handelt, wollten weder Polizei noch Staatanwaltschaft auf Nachfrage kommentieren. Auch Angaben zum „Berserker Clan“ machten die Ermittlungsbehörden nicht. Es hieß lediglich, dass es sich um eine „rechtsextremistische Vereinigung“ handele.

Rechtsextreme bereiteten sich für den Aufstand gegen den Staat vor

Die Mitglieder sollen sich laut Staatsanwaltschaft auf den „Tag X“ vorbereitet haben. Dies sei aus ihrer Kommunikation hervorgegangen. Wie kommuniziert wurde, konnte keiner der Behördensprecher beantworten. Fest stehe aber, dass sie laut den Ermittlern einen bewaffneten Aufstand gegen die bestehenden Strukturen in Deutschland geplant haben sollen. Dabei sei auch immer wieder Rede von Schusswaffen gewesen.

Bei den heutigen Durchsuchungen wurden laut Polizei tatsächliche Schusswaffen, Schreckschusswaffen, Munition, Hieb- und Stichwaffen gefunden. Auch Datenträger, Devotionalien der Vereinigung sowie Drogen und Dopingmittel wurden beschlagnahmt. Kriminaltechniker untersuchen die Beweismittel nun nach weiteren Spuren. Die gesammelten Daten werden derzeit ausgewertet. Festnahmen gab es nicht.