Berlin - Mehrere Spezialeinsatzkommandos (SEK) haben am Dienstagmorgen Türen von verdächtigen Drogendealern in Berlin aufgebrochen. Insgesamt durchsuchten 200 Ermittler den ganzen Vormittag über vierzehn Wohnungen und verhafteten fünf mutmaßliche Dealer. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, wird den Tatverdächtigen organisierter Handel mit Drogen vorgeworfen. Konkret handele es sich um derzeit dreizehn Tatverdächtige unterschiedlicher Herkunft. Die Personen sollen zwischen 23 und 45 Jahren alt sein. 

Die Beschuldigten sollen einen Kokain-Lieferdienst betrieben und dadurch „erhebliche Vermögenswerte“ erzielt haben, so die Polizei. Die Gesamtsumme, die die fünf Hauptbeschuldigten eingenommen haben sollen, beläuft sich laut Polizei auf 478.000 Euro. Insgesamt sollen über 2200 Kokainverkäufe durch den Lieferdienst erfolgt sein, teilte die Generalstaatsanwaltschaft auf Twitter mit. Die Durchsuchungen wurden offenbar vom SEK unterstützt. Es sollen bereits umfangreiche Beweismittel sichergestellt worden sein. 

Koksdealer nannten ihren Lieferservice„ BerlinExpress“

Unter dem Namen  „BerlinExpress“ haben die Verdächtigen Drogen verkauft, ihre Angebote veröffentlichten sie in Chatprogrammen. Geliefert wurden der Polizei zufolge Marihuana, Kokain und andere Drogen, per Post oder Auto. Ihr Werbeslogan lautete „The safest and easiest way to become your stuff‼“ Die Bezahlung sei in bar oder per Bitcoin möglich, hieß es. Unterschiedliche Sorten Marihuana seien regelmäßig in den Kanälen der Messenger angeboten worden. Kokain wurde in den Cahts mit dem Symbol einer Schneeflocke gekennzeichnet. «93% 0,5/50€ Ordercode:Co‼», also 50 Euro je halbes Gramm. Es folgen Symbole für Ecstasy, andere Tabletten, LSD, weitere Drogen sowie Viagra «4pices á100mg/50€».

Foto: Polizei Berlin
Ein Spürhund sucht in einer Wohnung nach Drogen. 

Jagd nach Drogenbanden: GdP fordert neue Technik 

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin hatte den großangelegten Einsatz am Dienstagmorgen begrüßt. „Beim heutigen Einsatz wegen Koks-Taxis sieht man beispielhaft, wie Banden zunehmend internationaler agieren und mobiler operieren. So werden immer mehr Netzwerke und Geschäfte via Messengerdienste organisiert“, erklärte GdP-Landeschef Norbert Cioma. Um den Drogenbanden auf der Spur zu bleiben, sollten die Sicherheitsbehörden die technischen Möglichkeiten auf den Stand des 21. Jahrhunderts bringen, forderte Cioma.