Berlin -  In Kreuzberg wurden Polizisten von einer Familie angegriffen, nachdem ein Angehöriger nach einer Schlägerei in ihr Haus geflüchtet war. Nach Angaben der Polizei soll der 22-jährige Verdächtige am Donnerstagabend bei einer Auseinandersetzung an der Urbanstraße beteiligt gewesen sein. Mehrere Zeugen hatten gegen 18.30 Uhr beobachtet, wie drei junge Männer auf einen Mann eingeschlagen und eingetreten haben sollen, bis das Opfer am Boden lag. Der 21-Jährige wollte sich der Polizei zufolge nicht äußern. Rettungskräfte brachten ihn mit Kopfverletzungen in ein Krankenhaus.

Die Täter waren zuvor in unterschiedliche Richtungen geflüchtet. Einer der Schläger fuhr mit einem Auto davon, Zeugen notierten sich das Kennzeichen des Wagens. Das Nummernschild führte die Polizisten zu einer Wohnung in der Urbanstraße, wo sie kurz darauf an der Tür klingelten. Als die Einsatzkräfte den 22-jährigen Verdächtigen mit dem Tatvorwurf konfrontierten, sei die Situation laut Polizei eskaliert.

Vater und fünf weitere Familienmitglieder gehen auf Polizisten los

Erst habe der 48-jährige Vater des Verdächtigen die Beamten angeschrien, dann habe er versucht, die Festnahme seines Sohnes zu verhindern. Dabei soll er einen Polizisten so heftig geschubst haben, dass dieser sich gerade noch an einem Geländer festhalten konnte, um nicht die Treppe herunter zu stürzen. Daraufhin habe der 22-Jährige massiven Widerstand geleistet.

Als fünf weitere Familienmitglieder mit erhobenen Händen die Beamten bedrängten, forderten die Polizisten Verstärkung an und drohten mit dem Einsatz von Pfefferspray. Weil sich die Männer trotzdem nicht beruhigt haben sollen, setzte einer das Spray schließlich ein. Mit Hilfe inzwischen eingetroffener Einsatzkräfte gelang es, die Familienangehörigen in die Wohnung zu drängen. Nach Informationen der Berliner Zeitung sind sie keine Mitglieder einer arabischen Großfamilie oder eines polizeibekannten Clans.

Die beiden 22 und 48 Jahre alten Personen wurden vorläufig festgenommen. Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung, Widerstands und tätlichen Angriffs.