Berlin - Bei einem Streit vor einem Hotel in Berlin-Westend soll ein Hotelgast auf seinen Kontrahenten geschossen haben. Zu dem Vorfall sei es bereits am Sonntagmorgen gekommen, wie die Polizei am Montag mitteilte. Demnach war das 39-jährige Opfer mit dem 24-jährigen Schützen und zwei seiner Bekannten während eines Trinkgelages auf dem Außengelände eines Hotels an der Königin-Elisabeth-Straße aneinandergeraten. Der 24-Jährige habe nach Angaben der Polizei dann eine Schreckschusspistole gezogen und damit mehrmals auf den anderen Mann geschossen.

Der 39-Jährige, der trotz der Angriffe unverletzt blieb, sei daraufhin in sein Hotelzimmer gelaufen, wo er die Polizei alarmierte. Beamte einer Einsatzhundertschaft konnten in einem der drei Zimmer, die der Geschädigte als Aufenthaltsorte seiner Kontrahenten angab, die drei Männer aufspüren. Die Polizisten sollen das Trio sofort zu Boden gebracht und den Männern Handschellen angelegt haben.

Polizei findet Waffenkoffer und 45 Platzpatronen

Bei einer Durchsuchung der vom Zeugen beschriebenen Zimmer fanden die Einsatzkräfte einen Waffenkoffer mit 45 Platzpatronen, die laut Polizei wohl zu der eingesetzten Schreckschusswaffe gehörten. Zudem stellten die Beamten im Eingangsbereich des Hotel-Außengeländes zwei Patronenhülsen sicher.

Ein Bekannter des Schützen habe eingeräumt, dass ihm der Koffer und die Munition gehöre, er die Waffe aber vor einiger Zeit verkauft habe, so die Polizei. Der tatverdächtige 24-Jährige erzählte, er habe mit der Waffe geschossen und sie dann vor dem Hotel abgelegt. Trotz Suche mit Spürhunden konnte die Waffe aber nicht gefunden werden.

Als Grund für die Schussabgabe gab der Schütze an, dass er bei dem Streit von dem 39-Jährigen mit einem Messer bedroht worden war. Dieses fanden die Einsatzkräfte im Zimmer des 39-Jährigen und beschlagnahmten es. Der 24-jährige Tatverdächtige kam in Polizeigewahrsam, aus dem er nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung entlassen wurde. Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung gegen die beiden Männer.