Berlin - Ein 40-jähriger Mann hat am Samstagabend in Berlin-Friedrichshain seine 25-jährige frühere Lebensgefährtin mit einem Messer angegriffen und dabei schwer verletzt. Zuvor hatte es kurz nach 20.30 Uhr vor dem Haus  Thaerstraße 40 einen heftigen Streit gegeben, berichtete ein Zeuge der Berliner Zeitung.

Die Frau habe schrecklich geschrien, vom Balkon gegenüber konnte der Zeuge sehen, wie der Täter auf dem Gehweg auf die Frau einschlug oder einstach. Eine Reihe von Menschen hätten von Fenstern und Balkonen laut gerufen, der Täter ließ aber nicht von seinem Opfer ab: „Der wollte die Frau umbringen.“

Als der Zeuge, der sich mit einem schweren Fahrradschloss bewaffnet hatte, zum Tatort kam, war der Messerstecher bereits in das Yoga-Studio geflüchtet, in dem das Opfer als Lehrerin gearbeitet haben soll. Mehrere Menschen, darunter ein Ärztin, hätten sich bis zum Eintreffen von Polizei und Rettungskräften um die junge Frau gekümmert, die anscheinend am Hals, im Gesicht und an der linken Körperhälfte verletzt war. Der Zeuge: „Sie war aber immer ansprechbar.“ Sie wurde im Krankenhaus notoperiert.

Der Zeuge nahm ein großes Messer wahr, das neben der Frau gelegen hätte, ein weiterer Zeuge berichtete, es seien drei Messer gewesen.

Das Spezialeinsatzkommando der Polizei wurde hinzugezogen, um den Täter zu überwältigen. Der 40-jährige Tatverdächtige, der sich augenscheinlich in suizidaler Absicht selbst schwere Verletzungen zufügte, wurde ebenfalls für eine Notoperation zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Das bestätigte die Polizei Berlin am Sonntag.

Es war die zweite schwere Messerattacke in der Nacht zu Sonntag in Berlin. Im Wedding wurde ein 30-jähriger Mann erst ausgeraubt danach mit dem Messer verletzt.

Hilfe-Nummern

Ihre Gedanken hören nicht auf zu kreisen? Sie befinden sich in einer scheinbar ausweglosen Situation und spielen mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen? Wenn Sie sich nicht im Familien- oder Freundeskreis Hilfe suchen können oder möchten – hier finden Sie anonyme Beratungs- und Seelsorgeangebote:

Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 erreichen Sie rund um die Uhr Mitarbeiter, mit denen Sie Ihre Sorgen und Ängste teilen können. Auch ein Gespräch via Chat ist möglich. telefonseelsorge.de

Kinder- und Jugendtelefon: Das Angebot des Vereins „Nummer gegen Kummer“ richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, die in einer schwierigen Situation stecken. Erreichbar montags bis sonnabends von 14 bis 20 Uhr unter 116 111 oder 0800 – 111 0 333. Am Sonnabend nehmen die jungen Berater des Teams „Jugendliche beraten Jugendliche“ die Gespräche an. nummergegenkummer.de

Muslimisches Seelsorge-Telefon: Die Mitarbeiter von MuTeS sind 24 Stunden unter 030 – 44 35 09 821 zu erreichen. Ein Teil von ihnen spricht auch Türkisch. mutes.de

Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Eine Übersicht aller telefonischer, regionaler, Online- und Mail-Beratungsangebote in Deutschland gibt es unter suizidprophylaxe.de.