Nach dem Mord im Clan-Milieu auf einem Neuköllner Rummel sind bei der Polizei mittlerweile mehr als zehn Hinweise eingegangen. Nach Informationen der Berliner Zeitung sollen die Ermittler einige Verdächtige bereits namhaft gemacht haben. Dennoch gebe es viele Fragen zum genauen Tatgeschehen, sagte eine Sprecherin. Die Polizei wandte sich auch deshalb am Freitag an die Öffentlichkeit und hofft nun auf die Hilfe einiger Zeugen.

Demnach gehen die Ermittler der 4. Mordkommission davon aus, dass die Tat oder zumindest die Täter auf dem Volksfest „Neuköllner Maientage“ mit Handys gefilmt oder fotografiert worden sind. „Zum Tatzeitpunkt am 30. April befanden sich auf dem Festgelände im Volkspark Hasenheide mehrere hundert Besucherinnen und Besucher“, erklärte die Polizeisprecherin. Da die Tat einen Bezug zum kriminellen Clan-Milieu hat, könnten viele Zeugen Angst haben, den Ermittlern Hinweise zu geben, hieß aus dem Polizeipräsidium.

Deshalb machte die Polizei deutlich, dass alle Videos und Bilder anonym übermittelt werden können. Hierfür muss lediglich folgender Link genutzt werden. Nur mit Hilfe der Bevölkerung könne die Tat zügig aufgeklärt werden.

Mohammed R. zog Schusswaffe - ein Kontrahent stach ihn daraufhin nieder

Am späten Samstagabend war der 25-jährige Mohammed R. auf dem Volksfest mit einem Messer niedergestochen worden. Er soll laut Polizeiangaben seine Kontrahenten zuvor im Streit mit einer Schusswaffe bedroht haben. Er starb später im Krankenhaus, vor dem es zu Tumulten von Bekannten des Mannes kam. Bei dem Toten handelt es sich um ein Mitglied einer polizeibekannten Familie. Sein älterer Bruder Nidal R. war im Jahr 2018 am nahe gelegenen Tempelhofer Feld am helllichten Tag erschossen worden. Die beiden mutmaßlichen Täter sind ebenfalls noch nicht gefasst, sie sollen angeblich in der Türkei untergetaucht sein.

Es ist davon auszugehen, dass nicht nur die Polizei, sondern auch Bekannte des Getöteten nach den Tätern suchen. Nach Informationen aus Ermittlerkreisen fahnden Ermittler nach zwei Männern aus zwei verschiedenen arabischen Großfamilien. Die Gesuchten stammen aus dem Graefekiez und sind derzeit untergetaucht. Unter Gewerbetreibenden werde bereits ein Foto eines der Verdächtigen weitergereicht, berichtete die B.Z.