Berlin - Mit den Touristen kommen die betrügerischen Banden nach Berlin. Hütchenspieler beziehen für einige Wochen billige Unterkünfte in der Hauptstadt und zocken an belebten Plätzen ihre Opfer ab. Zivilbeamte der Polizei Berlin haben am Sonntag eine dieser Banden im Treptower Park in Berlin entzaubert. Sieben Verdächtige wurden auf frischer Tat ertappt und festgenommen, teilte die Polizei am Montag mit.

Den Zivilpolizisten war am Nachmittag aufgefallen, wie Hütchenspieler gutgläubige Passanten dazu brachten, Geld zu verspielen, sagte ein Polizeisprecher der Berliner Zeitung. Nachdem die Beamten den Betrug länger beobachtet hatten, konnten sie zusammen mit hinzualarmierten Einsatzkräften fünf Männer und zwei Frauen auf frischer Tat festnehmen.

Hütchenspieler verstecken ihre Beute im Hotelzimmer

Weitere Ermittlungen ergaben laut Polizei, dass der illegal erlangte Spielerlös in einem Hotelzimmer an der Sonnenallee in Neukölln deponiert worden war. Bei einer richterlich angeordneten Durchsuchung fanden Polizisten eine vierstellige Summe Bargeld sowie diverses Spielmaterial. Die Beweismittel wurden beschlagnahmt.

Da Hütchenspieler immer in größeren Gruppen agieren, haben sich in diesem Fall Kriminelle aus mehreren Ländern zusammengetan. Die beiden Frauen, die hauptsächlich zur Ablenkung eingesetzt wurden, sind nach Angaben der Polizei slowakische und serbische Staatsbürgerinnen. Ihre männlichen Komplizen stammen aus Nordmazedonien und Rumänien.

Fünf der Verdächtigen wurden nach erkennungsdienstlichen Behandlungen wieder entlassen. Zwei Männer, ein 20- und ein 50-jähriger, wurden der Kriminalpolizei übergeben. Der 50-Jährige soll noch am Montag einem Bereitschaftsrichter zum Erlass eines Haftbefehls vorgeführt werden.

Polizei Berlin zeigt, wie Hütchenspieler tricksen

„Das sogenannte Hütchenspiel ist kein Gewinnspiel, sondern eine betrügerische Methode von gemeinschaftlich agierenden Tätern, bei der nur die Täter gewinnen“, erklärte ein Polizeisprecher. Nähere Informationen finden Interessierte hier.