Trotz Festnahme: Brandserie in Berlin-Spandau geht weiter

Seit Monaten kommt es in Wohnsiedlungen in Staaken und Wilhelmstadt zu Brandstiftungen. Ein Verdächtiger wurde festgenommen – doch nun gab es erneut ein Feuer.

Die Berliner Feuerwehr hat nach einer Brandstiftung ein Feuer gelöscht (Symbolbild). In Spandau legen Serientäter seit mehreren Monaten Brände in Wohnhäusern.
Die Berliner Feuerwehr hat nach einer Brandstiftung ein Feuer gelöscht (Symbolbild). In Spandau legen Serientäter seit mehreren Monaten Brände in Wohnhäusern.Imago/Seeliger

Berlin-Nach der Festnahme eines mutmaßlichen Serientäters im Spandauer Ortsteil Staaken hatten Anwohner und Polizei gehofft, dass die Gefahr weiterer Brandstiftungen gebannt sei. Doch nur 32 Stunden später brannte es erneut in einem Mehrfamilienhaus. Wieder geht die Polizei von einer vorsätzlichen Brandstiftung aus. Damit ist klar: Die Brandserie in dem Wohngebiet ist noch längst nicht aufgeklärt. 

Auch beim jüngsten Fall hatten die Bewohner eines mehrgeschossigen Wohnhauses Glück, dass ein Zeuge das Feuer rechtzeitig bemerkte. Laut Polizei hatte ein 26-jähriger Anwohner am späten Montagabend um kurz nach 23 Uhr Rauch bemerkt, der aus einem unverschlossenen Versorgungsraum drang. Er wählte den Notruf, woraufhin die Feuerwehr die Flammen löschte. Der oder oder Täter hatten Sperrmüll in dem Kellerraum angezündet. Ein Brandkommissariat übernahm die weiteren Ermittlungen. 

Zeuge erwischt 14-jährigen Verdächtigen nach Kellerbrand

„Ein Jugendlicher, der vorgestern zu einer Brandstiftung als Verdächtiger festgenommen wurde, kommt als Verursacher des Brandes nicht infrage“, erklärte eine Polizeisprecherin am Dienstagmorgen. Dank eines aufmerksamen Zeugen konnte am Sonntag ein mutmaßlicher Brandstifter direkt nach der Tat festgenommen werden. Ermittler prüfen nun, ob es sich bei dem 14-Jährigen um einen gesuchten Serientäter handelt, so die Sprecherin. Der Jugendliche wurde von einem Zeugen erwischt, als er gerade aus einem brennenden Keller am Loschwitzer Weg kam. Seit mehreren Monaten halten eine Reihe von ungeklärten Brandstiftungen in Staaken und Wilhelmstadt die Polizei in Atem. 

Die Berliner Polizei hatte sich Mitte Dezember an die Öffentlichkeit gewandt, um mit Hilfe der Spandauer die Brandserie aufzuklären. Immer wieder hatte es im Gebiet Heerstraße Nord Brandstiftungen in Neubauten gegeben. Zahlreiche Mieter aus dem Wohngebiet hatten daraufhin einen besseren Schutz durch einen privaten Sicherheitsdienst gefordert. Betroffen waren vor allem Häuser der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Gewobag.