Berlin - Rund 30 Bundespolizisten haben im Auftrag der Berliner Staatsanwaltschaft am Dienstagvormittag eine Wohnung und ein Büro in Wilmersdorf durchsucht. Der Mieter soll über eine organisierte Bande iranische Staatsangehörige nach Deutschland geschleust haben, um sich selbst zu bereichern. Wie die Bundespolizeipolizei mitteilte, kamen die Iraner ohne gültige Dokumente oder Aufenthaltstitel über den Luftweg nach Deutschland. Alle Einreisenden gaben vor, als Künstler einen Job gefunden zu haben. 

Bei der Razzia stellten die Ermittler umfangreiche Beweismittel, darunter diverse Dokumente, Speichermedien und Einladungsschreiben, sicher. Gegen den Drahtzieher und Hauptbeschuldigten, einen 49-jährigen Iraner, wird seit Juni 2019 ermittelt. Er war damals Bundespolizisten am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) aufgefallen. 

Einreise über BER: Iraner kamen mit gefälschten Einladungsschreiben 

Der Mann soll in 59 Fällen iranische Staatsbürger mit immer der gleichen Masche nach Deutschland eingeschleust haben. Der Bundespolizei zufolge mussten sich die Menschen als Musiker ausgeben. Dafür erhielten sie unter anderem gefälschte Einladungsschreiben, um vorzugeben, sie hätten eine Anstellung in Deutschland.

„Mittels erschlichener deutscher Schengen-Visa sollen der Mann sowie derzeit noch unbekannte Täter dafür gesorgt haben, dass diese Personen in Deutschland über den ehemaligen Flughafen Berlin-Schönefeld einreisen konnten“, erklärt ein Sprecher der Bundespolizei.

In 18 Fällen konnten ermittelnde Beamte die Einreise verhindern. Nach Angaben der geschleusten Menschen mussten jene bis zu 15.000 Euro für die Schleusung bezahlen.