Berlin - Ermittler einer Mordkommission haben am Montagabend einen 30 Jahre alten Mann festgenommen. Der syrische Staatsbürger soll nach Angaben der Polizei einen Berliner in dessen Wohnung in Moabit getötet haben. Außerdem steht er im Verdacht, einen Mann in dessen Wohnung in Mitte derart brutal zusammengeschlagen zu haben, dass dieser lebensgefährliche Verletzungen erlitt. Die Taten müssen zeitnah hintereinander ausgeführt worden sein, vermuten Ermittler der Polizei Berlin. Eines der Opfer hatte der Verdächtige zuvor schon einmal angegriffen und schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter soll in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung untergebracht werden, wie die Generalstaatsanwaltschaft am Abend twitterte.

Eine Leiche, ein Schwerverletzter, ein Täter: Ermittler der 3. Mordkommission haben die Puzzlestücke der beiden Fälle schnell zusammengefügt. Im Abstand von zwei Stunden wurden am Montagmorgen erst der Schwerverletzte, dann der Tote gefunden. Beide Opfer sind 56 Jahre alt. Die Spur führte die Polizei schnell zu dem 30-Jährigen Verdächtigen – wohl auch, weil sich alle drei Männer kannten. Wie und wo die Ermittler den Syrer am Montagabend aufspürten und festnahmen, teilte die Polizei auf Anfrage der Berliner Zeitung nicht mit. 

Nachbar findet Schwerverletzten in der Neuen Schönhauser Straße 

Das erste Opfer überlebte wohl nur, weil es rechtzeitig gefunden wurde. Der Mieter eines Mehrfamilienhauses in der Neuen Schönhauser Straße wurde um 6.50 Uhr von einem Nachbarn gefunden, weil dieser Einbruchsspuren an der Tür bemerkt hatte. Das 56-jährige Opfer lag nach Angaben der Polizei schwer verletzt am Boden. Der Nachbarn alarmierte die Feuerwehr, die den Mann in ein Krankenhaus brachte, wo er mit einer Notoperation zunächst gerettet werden konnte. „Wie sein derzeitiger Gesundheitszustand ist, ist derzeit nicht ganz klar“, sagte Polizeisprecherin Patricia Brämer. 

Polizisten entdecken Leiche in einer Wohnung an der Huttenstraße

Um 8.40 Uhr, also etwas später, entdeckten Polizisten die Leiche eines ebenfalls 56-Jährigen –  dieses Mal im Ortsteil Moabit. Der Mann habe mit eingeschlagenem Kopf in seiner Wohnung an der Huttenstraße gelegen, hieß es aus Polizeikreisen. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Vermutlich wurde er mit einem Gegenstand erschlagen. Details zur Todesursache nannte die Polizeisprecherin auf Anfrage nicht. Unklar war zunächst auch, ob der Täter etwas aus den Wohnungen gestohlen hatte. Der Täter sei der Polizei zufolge gewaltsam in die Wohnung eingedrungen. Die Tür wurde nach derzeitiger Spurenlage offenbar aufgebrochen. 

Der Verdächtige soll nach Angaben der Polizei den Toten gekannt haben. Nach Informationen der Berliner Zeitung soll er vor kurzem erst das spätere Todesopfer krankenhausreif geschlagen und mit dem Tode bedroht haben. In welchem Verhältnis Täter und Todesopfer genau standen und wie es zu der Tat kam, ist Gegenstand der Ermittlungen. Die Berliner Staatsanwaltschaft werde vermutlich erst am Mittwoch etwas zum Motiv des 30-Jährigen sagen, hieß es.

Eine Mordkommission und Kriminaltechniker waren bis spät in die Nacht in den Wohnungen der beiden Opfer mit der Spurensicherung beschäftigt. Kriminaltechniker sicherten Beweismittel. Ermittler befragten Anwohner und suchten nach Zeugen, die in der Nacht zu Montag etwas Auffälliges in dem Wohnhaus beobachtet oder gehört haben.