Berlin - Rund sechs Jahre nach einem brutalen Raubüberfall auf eine Familie in Berlin-Lichterfelde hat vor dem Landgericht der Hauptstadt der Prozess gegen vier Männer begonnen. Sie sollen im Februar 2015 unter Einsatz massiver Gewalt und maskiert in ein Einfamilienhaus eingedrungen sein, in dem ein Ehepaar von damals 74 und 62 Jahren sowie die 27-jährige Tochter gelebt hatten. Ob sich die Angeklagten im Alter von 33 bis 37 Jahren zu den Vorwürfen äußern werden, blieb zu Prozessbeginn am Mittwoch zunächst offen.

Laut Ermittlungen soll einer der Männer am Abend des 5. Februar 2015 an der Haustür geklingelt haben. Als die Ehefrau die Tür öffnete, sei sie sofort in das Haus gedrängt und mit Pfefferspray attackiert worden, hatte die Polizei damals mitgeteilt.

Durch den Lärm im Eingangsbereich sei der Ehemann der Frau aufgeschreckt, der sich im Wohnzimmer befunden habe. Als er in die Diele kam, habe er unvermittelt einen Faustschlag in das Gesicht erhalten. Auch er sei an Händen und Füßen gefesselt worden. Als etwa fünf Minuten später die Tochter nach Hause kam, sei auch sie überwältigt worden.

Die Täter erbeuteten einen Gesamtwert von rund 5000 Euro

Die maskierten Täter hätten das Haus nach Wertgegenständen durchsucht, so die Anklage. Sie hätten Bargeld in Höhe von 1900 Euro gefunden und schließlich noch vier Porzellanfiguren im Wert von etwa 3000 Euro mitgenommen.

Drei der vier Angeklagten befinden sich seit Oktober 2020 in Untersuchungshaft. Einer der Männer soll im Ermittlungsverfahren Aufklärungshilfe geleistet haben. Der Prozess wegen schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung wird am 10. März fortgesetzt.