Berlin - Weil er einen 27-jährigen Mann aus Vietnam am Berliner Alexanderplatz erschlagen haben soll, sitzt ein 22-jähriger Pakistaner jetzt in Untersuchungshaft. Am frühen Samstagabend wurde ein Untersuchungshaftbefehl wegen Totschlags erlassen. Das bestätigte die Polizei der Berliner Zeitung. Nach der Bluttat am Freitagmorgen ist der junge Mann dringend tatverdächtig, heißt es. Das mögliche Motiv des Mannes wird derzeit noch ermittelt. Derzeit geht die Berliner Polizei von einem Streit aus. Ein terroristisches oder islamistisches Motiv des Pakistaners gilt derzeit als unwahrscheinlich. 

Unklar ist noch, inwieweit Drogen oder Alkohol im Spiel waren und ob es sich bei dem Tatverdächtigen tatsächlich um einen Flüchtling, wie einigen Medien schreiben, handelt.  

Am Freitagmorgen hatten Mitarbeiter der Berliner Stadtreinigung (BSR) die Leiche des 27-jährigen Opfers gefunden. Der Tatort befindet sich direkt neben der Marienkirche. Nach Informationen der Berliner Zeitung wies der Kopf des Opfers massive Verletzungen auf. Kriminaltechniker stellten unter anderem einen Flaschenhals sicher, der direkt neben dem Tatort lag. Einige Meter weiter sammelten sie weitere Scherben ein. Die Leiche wies offenbar Stich- und Schnittverletzungen auf. Eine sofort eingeleitete Obduktion sollte die genaue Todesursache klären.  

Am Freitagabend erfolgte dann die Festnahme des jungen Mannes. Zeugenaussagen führten die Ermittler zum Tatverdächtigen. Ein Zeuge will trotz der Dunkelheit erkannt haben, dass es sich um einen Mann mit einem dunkelgrünen Trainingsanzug handelt, der in der Vergangenheit nahe des Fernsehturms häufiger für Streit gesorgt haben soll. Da der Verdächtige in Richtung Bahnhof Alexanderplatz gelaufen ist, werteten die Ermittler auch die Aufnahmen der Überwachungskameras aus.