Berlin - Ein Wohnungsbrand in Berlin-Wedding hat am Dienstag einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Die Flammen, die sich in einem Hinterhaus an der Schulstraße entzündet hatten, drohten auf weitere Wohnungen überzugreifen. Bei der Feuerwehr ging kurz darauf die Alarmierung auf „Massenanfall an Verletzten“ ein. Rund 80 Brandbekämpfer rückten aus. Es kam zu dramatischen Szenen, bei denen sich Bewohner mit mutigen Sprüngen aus knapp zehn Metern in Sicherheit brachten. 

Die ersten Notrufe gingen um 13.16 Uhr bei der Feuerwehr ein, sagte Sprecher Björn Radünz der Berliner Zeitung. Da nicht klar war, wie viele Menschen von dem Brand betroffen waren, wurde Verstärkung dazugeholt. Wenige Minuten später standen dutzende Einsatzfahrzeuge vor dem Wohnhaus. „Im Hinterhaus stand eine Wohnung im zweiten Obergeschoss komplett in Flammen“, erklärte Radünz. Das Feuer schlug bereits aus der Wohnungstür ins Treppenhaus, als die Retter eintrafen. Die beiden Bewohner konnten sich gerade noch rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Morris Pudwell
An einer Sammelstelle auf dem Gehweg versorgten die Retter der Feuerwehr die Verletzten.

Mieter in Gefahr: Gifte Rauchgase zogen in andere Wohnungen 

Doch der Qualm breitete sich aus, viele weitere Wohnungen seien sehr schnell verraucht gewesen. Zahlreiche Mieter waren aufgrund der giftigen Gase in Gefahr. In der dritten Etage retteten sich drei Anwohner mit einem beherzten Sprung auf das von der Feuerwehr aufgestellte Sprungpolster, so der Feuerwehrsprecher. Das Trio war offenbar von dichten Rauchwolken eingeschlossen und sah keinen anderen Ausweg mehr.

„Wir hatten das Polster zum Glück genau an der richtigen Stelle aufgebaut. Ich bin auch überrascht, dass alle drei sofort aus dieser Höhe gesprungen sind“, sagte Radünz.  Mindestens drei weitere Menschen wurden zudem von den Rettungskräften mit Fluchthauben aus der Gefahrenzone gebracht. 

Kurz darauf saßen zahlreiche Mieter an einer Sammelstelle vor dem Haus, welche von der Feuerwehr eingerichtet worden war. Insgesamt versorgten die Rettungskräfte elf Personen, fünf von ihnen kamen leicht verletzt in Krankenhäuser. Schwer verletzt wurde niemand. Die Wohnung im zweiten Obergeschoss brannte trotz schneller Löscharbeiten komplett aus. Ein Brandkommissariat versucht nun, die Ursache herauszufinden.