Berlin - Rund zwei Wochen nachdem zwei Männer in Berlin-Lichtenberg angeschossen worden waren, hat die Polizei nun einen Tatverdächtigen verhaftet. Fahnder der Berliner Polizei kamen durch intensive Ermittlungen auf die Spur eines 31-jähriges Mannes aus Neukölln, der nach der Tat aus der Hauptstadt geflüchtet war. Das teilte die Behörde am Dienstag mit. Gegen ihn erging bereits in der vergangenen Woche Haftbefehl wegen versuchten Mordes. Nach Angaben der Polizei wurde der Mann in Niedersachsen in seinem Versteck aufgespürt und am Montag von einem Spezialeinsatzkommando (SEK) verhaftet.

Zum Hintergrund: In der Nacht zum 20. September wurden in Lichtenberg in nur 90 Minuten zwei Männer durch Schüsse schwer verletzt. Erst an der Skandinavischen Straße, dann an der Köpitzer Straße. Die beiden Tatorte liegen etwa 1,5 Kilometer voneinander entfernt. 

Der jetzt verhaftete Neuköllner soll für die Tat an der Köpitzer Straße verantwortlich sein, so die Berliner Ermittlungsbehörden. Laut Staatsanwaltschaft soll er aus persönlichen Gründen einem 27-Jährigen erst aufgelauert und sich an ihm gerächt haben. Nach Informationen der Berliner Zeitung schoss er ihn vor einem Mehrfamilienhaus mehrmals in die Beine und flüchtete anschließend in einem Auto. Offenbar kamen die Ermittler über das Kennzeichen am Fluchtwagen auf die Spur des Verdächtigen.

Polizei schließt Verbindungen zur Mafia oder zu Clans aus

Trotz der gezielten Beinschüsse, die bei der Mafia oder bei Clans zur Einschüchterung von Feinden dienen soll, schließt die Staatsanwaltschaft eine Verbindung zur Organisierten Kriminalität aus. Der Mann sei ein Einzeltäter. 

Eine Verbindung zu den Schüssen an der Skandinavischen Straße gebe es laut Polizei nicht. Es sei demnach Zufall gewesen, dass an dem Abend zwei Männer in Lichtenberg angeschossen wurden. Die Polizei geht nach Angaben von Ermittlern davon aus, dass der 36-Jährige in der Skandinavischen Straße versehentlich zum Opfer wurde und offenbar mit einem anderen Mann verwechselt wurde. Die Ermittlungen in dem zweiten Fall dauern an, der Schütze aus der Skandinavischen Straße ist weiterhin auf der Flucht.