Bei einem Wahlkampfauftritt von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) im schleswig-holsteinischen Ahrensburg am Samstagabend ist es zu Protesten gekommen. Etwa 150 Menschen hätten die Veranstaltung durch laute Zwischenrufe und unter Einsatz von Trommeln, Megaphonen und Trillerpfeifen gestört, teilte die Polizei am Sonntag mit. Zuvor war ein Auftritt der Politikerin in Lübeck abgesagt worden, nachdem am Veranstaltungsort Buttersäure gefunden worden war.

Die Veranstalter hätten in Lübeck einen beißenden Geruch auf der Freilichtbühne wahrgenommen und Polizei und Feuerwehr verständigt, teilte die Polizei am Samstagabend mit. Der Bereich sei weiträumig abgesperrt worden, da vermutet worden sei, dass es sich bei einer auf dem Boden verteilten Flüssigkeit um einen gesundheitsgefährdenden Stoff handeln könnte. Fünf Menschen seien mit der Flüssigkeit in Berührung gekommen. Sie seien dabei zwar nicht verletzt worden, ihnen sei jedoch übel geworden.

Der Grünen-Landesverband sagte die Veranstaltung, zu der auch die schleswig-holsteinische Spitzenkandidatin Monika Heinold kommen sollte, ab. Eine mögliche Gefährdung weitere Unbeteiligter habe nicht ausgeschlossen werden können, erklärte die Polizei dazu. „Kein solcher Angriff wird unsere politischen Positionen verändern, im Gegenteil wird damit abermals deutlich, dass es Einzelnen nicht um die argumentative Auseinandersetzung geht“, teilten die Grünen mit.

Die Polizei erklärte später, dass es sich bei der Flüssigkeit nach vorläufigen Untersuchungsergebnissen um Buttersäure handele. Es sei ein Strafverfahren gegen bislang unbekannte Tatverdächtige wegen des Verdachts der Körperverletzung, der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruches eingeleitet worden.

Bei Baerbocks Rede in Ahrensburg am Abend habe sich die Situation mit den Störern schließlich beruhigt, nachdem Polizeikräfte hinzugezogen worden seien, hieß es. Die Polizei sprach einen Platzverweis aus, weitere Maßnahmen seien nicht notwendig geworden. Am 8. Mai wird in Schleswig-Holstein ein neuer Landtag gewählt. Heinold und Aminata Touré bilden das Spitzenduo der Grünen. In dem Bundesland regiert seit fünf Jahren eine sogenannte Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP unter Ministerpräsident Daniel Günther (CDU).