Berlin - Auf Berlins Straßen sind in diesem Jahr bei Unfällen bereits 48 Menschen ums Leben gekommen. Das seien mehr als im gesamten Jahr 2019, als 40 Verkehrstote registriert wurden, sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz am Freitagabend. Der Tagesspiegel berichtete zuvor, fast drei Viertel der Unfallopfer seien zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs gewesen. Wie der Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte, starben 18 Fußgänger, 17 Radfahrer, neun Fahrer von Zweirädern sowie jeweils zwei Insassen von Autos und Lastwagen.

Laut dem Zeitungsbericht müssen entsprechend dem Mobilitätsgesetz nach Unfällen mit Todesfolge die zuständigen Stellen Maßnahmen prüfen, mit denen weitere Unfälle vermieden werden können. Doch für die meisten Gefahrenstellen und Unfallschwerpunkte sei keine Abhilfe geschaffen worden, hieß es. Der Verein Changing Cities forderte ein stadtweites Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde.

Der Berliner Opferbeauftragte Roland Weber hatte einen Kurswechsel beim Umgang mit Verletzten und Angehörigen gefordert. „Berlin unterteilt in Opfer erster und zweiter Klasse“, schrieb er in einem Gastbeitrag im Tagesspiegel. Während Opfern von Verbrechen und Terroranschlägen unbürokratisch geholfen werde, seien Unfallopfer und deren Angehörige auf sich allein gestellt. Es gebe praktisch keine Anlaufstellen und Ansprüche auf finanzielle Unterstützung. Das Opferentschädigungsgesetz müsse geändert werden.