Die Polizei kurz vor der Festnahme von Yves R. in Oppenau.
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OffenburgDie Polizei hat neue Informationen zur spektakulären Flucht des nach einer tagelangen Großfahndung im Schwarzwald festgenommenen Polizeiwaffen-Räubers Yves R. veröffentlicht. Tagsüber habe der 31-Jährige während seiner sechstägigen Flucht Unterschlupf in Gruben und Erdlöchern gesucht, berichtete die Polizei am Mittwoch. Durch die Wälder nahe Oppenau bewegte Yves R. sich hauptsächlich nachts. Ernährt habe er sich überwiegend durch Wasser.

R. hatte bei einer Polizeikontrolle vier Polizisten ihre Waffen abgenommen. Er gab an, danach in aller Eile das Notwendigste eingepackt und in den Wald geflüchtet zu sein. Proviant habe er keinen mitgenommen. 

Ein Großaufgebot der Polizei suchte tagelang nach ihm. Am 17. Juli wurde er in einem Wald festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Die Ermittler gehen davon aus, dass R. nichts von dem deutschlandweit großen Interesse an seiner Flucht mitbekam. Er habe sein Handy deaktiviert, um nicht geortet werden zu können. Allerdings habe er bereits an dem Sonntag, als er die Polizisten entwaffnet hatte, einen Polizeihubschrauber wahrgenommen und daraus auf die Suche nach sich geschlossen.

Yves R. hatte einen Brief an Angehörige dabei

Bei dem bei seiner Festnahme bei R. gefundenen Schriftstück handelt es sich laut Polizei um ein persönliches Schreiben an seine Angehörigen, das er für den Fall verfasst habe, dass ihm auf seiner Flucht etwas zustoßen sollte. R. habe bei seiner Ergreifung am vergangenen Freitag keine nennenswerten Verletzungen erlitten und sei haftfähig gewesen, der Haftbefehl gegen ihn sei mittlerweile in Vollzug gesetzt.

Die Durchsuchung der Gartenhütte von R. und des Waldgebiets ergaben keine neuen Beweismittel, die Suchen seien mittlerweile abgeschlossen. Nachdem R. zunächst nach seiner Festnahme umfangreich ausgesagt habe, macht er auf Anraten seiner Verteidiger mittlerweile von seinem Schweigerecht Gebrauch. Weil der Mann bei seiner Festnahme einen Polizisten mit einer Axt verletzt haben soll, wird gegen ihn auch wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Der 31-Jährige selbst sei nicht nennenswert verletzt worden.