Ein Polizist sorgt bei einem Protest gegen die Corona-Maßnahmen für einen Eklat. Auch im Netz sorgt der Vorfall für heftige Reaktionen. Auf einem Video ist der Beamte zu sehen, wie er mit einem Demonstranten ein Streitgespräch führt. Der Demonstrant will von dem Polizisten wissen: „Könnt ihr abends noch in den Spiegel gucken?“ Er selber könne das. Anschließend folgen einige unverständliche Worte. Dann sagt der Polizist: „Ja, dass sie andere Leute töten (...) genauso sieht es aus.“ Der Demonstrant fragt nach: „Ich töte andere Leute?“ Daraufhin nickt der Polizist und sagt: „Ja genau so sieht es aus, indirekt schon, dass Sie andere Leute töten“. Dann wiederholt der Beamte seine Aussage: „Sie sind ein indirekter Mörder, weil Sie hier andere Leute anstecken.“ Die Polizei hat mittlerweile die Echtheit des Videos bestätigt. Es wurde im sächsischen Pirna aufgenommen.

Nach dem Mörder-Vorwurf geht der Streit zwischen Demonstrant und Polizist weiter. Der Beamte der Bereitschaftspolizei tritt im weiteren Verlauf einen Schritt zurück und weist den Protestler an, er solle nicht „so nah rankommen, ungeimpft, wie Sie sind“. Dieser bezeichnet den Beamten als „Spinner“. Nachdem der Vorwurf, der Demonstrant sei ein Mörder, erneut wiederholt wird, verlangt der Mann schließlich die Dienstnummer des Beamten und fragt nach dessen Vorgesetzten. Das sei er selbst, entgegnet der Polizist. Nach einer kurzen Pause geht das Streitgespräch erneut weiter. Der Polizist sagt dem Demonstranten: „Sie haben jegliche Menschlichkeit verloren.“ Daraufhin fragt der Mann nach: „Du sprichst mir die Menschlichkeit ab?“ Der Polizist nickt und sagt: „Mach ich!“ Der Demonstrant: „Bist Du nicht ganz dicht in Deinem Schädel?“

Entstanden ist das Video nach Informationen der Berliner Zeitung bereits am 29. November im sächsischen Pirna. Hier hatten sich Menschen auf dem Marktplatz versammelt und gegen die neuen Corona-Verbote sowie die Verschärfung der Maßnahmen protestiert. Die zuständige Polizei in Dresden bestätigt die Echtheit des Videos mittlerweile. Polizeisprecher Marko Laske sagte der Bild dazu: „Die Polizeidirektion Dresden sieht die Aussage des Beamten grundsätzlich als persönliche Meinungsäußerung an. Dahingehend sind aktuell keine dienstrechtlichen Konsequenzen angedacht.“ Allerdings, so der Polizeisprecher weiter: „Gleichwohl entspricht das Gesagte nicht der Meinung der Polizeidirektion Dresden.“

Man hätte sich „von dem Beamten deutlich mehr Sensibilität im Umgang mit dem Bürger gewünscht. Und das auch dann, wenn es sich gegebenenfalls um eine unzulässige Zusammenkunft handelt“. Der betroffene Bürger habe zudem das Recht, Strafanzeige zu stellen. Die Personalien des betreffenden Polizeibeamten seien bekannt. Auch die zuständige Sprecherin der Bereitschaftspolizei Almut Sichler bestätigt den Vorfall. Sie sagt der Bild: „Das Video ist uns seit Kurzem bekannt. Wir verstehen die Nachfragen und haben mit dem betroffenen Einsatzbeamten bereits einen Gesprächstermin vereinbart.“