Unter großer Anteilnahme ist eine Ende Januar im Dienst erschossene Polizistin am Mittwoch in ihrer Heimat im saarländischen Homburg beigesetzt worden. Mehr als 600 Trauergäste verfolgten die Trauerfeier vor der Aussegnungshalle am Friedhof Homburg-Erbach, die per Ton nach draußen übertragen wurde. In der Halle nahm die Familie bei einer nicht öffentlichen Trauerfeier mit einer Ehrenwache der Polizei Abschied von der 24-Jährigen.

Die Polizeianwärterin war am 31. Januar mit einem 29 Jahre alten Polizeikommissar in der Nähe von Kusel in Rheinland-Pfalz während einer Fahrzeugkontrolle erschossen worden. Der 29-Jährige war bereits am Dienstag ebenfalls unter großer Anteilnahme in seinem Heimatort Freisen im Nordsaarland zu Grabe getragen worden.

Andächtiges Innehalten

Zu der Beisetzung der 24-Jährigen waren auch Hunderte Polizisten gekommen, die auf dem Platz bei Regen andächtig innehielten. Nach Angaben der Polizei handelte es sich vor allem um Studierende der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz. Die junge Beamtin hätte Ende April ihren Abschluss gemacht, sagte ein Sprecher.

Sie „habe für ihren Beruf gebrannt“ und „war davon überzeugt, die richtige Wahl getroffen zu haben“, sagte der Leiter der Hochschule, Uwe Lederer, in einer Ansprache. „Sie hatte noch so viel vor.“ Sie sei eine „ausgesprochen interessierte, aufgeschlossene engagierte Studierende“ gewesen.

„Kaltblütigkeit der Morde macht uns fassungslos“

Die Tat habe alle erschüttert und bestürzt. „Die Brutalität und die Kaltblütigkeit der Morde macht uns fassungslos. Wir suchen nach Antworten. Vielleicht werden wir diese niemals finden. Für uns alle ist dies nur sehr schwer zu ertragen“, sagte Lederer.

Der Homburger Pfarrer Pirmin Weber sprach von einem „sinnlosen Tod“. Das „unfassbare Geschehen“ sei „so schlimm, macht wütend und sprachlos zugleich“. Bei der Beisetzung waren auch der Innenminister aus Rheinland-Pfalz, Roger Lewentz (SPD), und sein saarländischer Amtskollege Klaus Bouillon (CDU) anwesend.

Mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft

Zwei Männer aus dem Saarland sitzen als mutmaßliche Täter wegen des Verdachts auf gemeinschaftlichen Mord in Untersuchungshaft. Die Tat hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Männer mit der Tat Jagdwilderei verdecken wollten.