Noch ist es recht kühl in weiten Teilen Deutschlands, doch in den kommenden Wochen könnten die Temperaturen mit dem meteorologischen Frühlingsanfang auch nachts deutlich steigen. Was viele Menschen freut, beschert Allergikern typische Heuschnupfensymptome wie laufende Nasen und juckende Augen. Denn schönes Wetter setzt auch viele Pollen frei – nach Hasel und Erle stehen die Birkenpollen in den Startlöchern. Fragen und Antworten:

Welche Pollen fliegen derzeit?

Nach Angaben der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst, die gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst die tägliche Pollenbelastung veröffentlicht, führte zuletzt das ruhige Spätwinterwetter mit niedrigen Temperaturen und schwachem Wind zu einer vergleichsweise ruhigen Pollensituation. So fiel der Erlenpollenflug weniger heftig aus als erwartet.

Die Blüte der Hasel ist bis auf die Mittelgebirge und generell Bergregionen weitgehend durch, bei Erlenpollen besteht vor allem in Ostdeutschland und im Südwesten noch eine mittlere bis hohe Belastung. Die Birkenblüte hat noch nicht begonnen, aber bei wärmeren Temperaturen kann es ab Mitte März ganz schnell gehen.

Wie viele Menschen haben eine Pollenallergie?

Zwischen 15 und 20 Prozent der Deutschen und damit mindestens zwölf Millionen Menschen leiden an Heuschnupfen. Studien zufolge sind auch rund elf Prozent der Kinder und Jugendlichen betroffen. Ausgelöst wird der allergische Schnupfen durch den Blütenstaub von Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Getreide und Kräutern.

Wie äußert sich eine allergische Reaktion?

Erreicht der Blütenstaub die Augen- und Nasenschleimhäute, bildet der Körper gegen die vermeintlichen Feinde Antikörper und schüttet unter anderem den Botenstoff Histamin aus. Die Folgen sind tränende und juckende Augen, Fließschnupfen, Niesattacken und Atemnot. Die Allergie kann auch zu Magen-Darm-Störungen, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen führen. In schweren Fällen droht ein lebensbedrohlicher allergischer Schock. Ohne ausreichende Therapie erkranken zudem bis zu 30 Prozent der Heuschnupfenpatienten an Asthma.

Wie können sich Allergiker schützen?

Experten empfehlen, die Kleidung beim Betreten der Wohnung zu wechseln. Auch ist es ratsam, vor dem Schlafengehen die Haare mit Wasser auszuspülen. Nasenduschen spülen Pollen ebenfalls aus. Sport im Freien sollte bei starkem Pollenflug vermieden werden.

Auf dem Land ist die Pollenbelastung in den frühen Morgenstunden am stärksten, in der Stadt hingegen wird das Maximum erst abends erreicht. Empfohlen wird daher, das Schlafzimmer nachts zu lüften und die Fenster am frühen Morgen zu schließen und auch tagsüber geschlossen zu halten. Hilfreich sind auch Pollenschutzgitter am Fenster und ein Lüftungsfilter im Auto.

Bei ihrer Urlaubsplanung sollten sich Allergiker am Pollenkalender orientieren. Eine Ferienreise ist dann am günstigsten, wenn zu Hause der jeweils allergieauslösende Pollen Hochsaison hat. Vor allem in den Hochgebirgen und am Meer, wo es reichlich pollenarme Luft gibt, können Allergiker durchatmen.

Eine Studie der Europäischen Stiftung für Allergieforschung und der Techniker Krankenkasse zeigte zudem, dass eine FFP2-Maske und OP-Masken die Symptome bei einer Gräserpollenallergie auf ein Drittel reduzieren kann.

Welche Medikamente helfen?

Antiallergisch wirkende Antihistaminika werden bei akuten Symptomen eingesetzt, moderne Mittel machen auch nicht mehr so müde. Es gibt sie als Nasenspray oder Augentropfen sowie als Tabletten und Tropfen in der Apotheke. In stärkeren Fällen kann der Arzt kortisonhaltige Mittel verordnen. Auch Akupunktur kann Heuschnupfensymptome vorübergehend lindern.

Eine vorbeugende Behandlung ist mit Dinatrium cromoglycicum möglich, das die Freisetzung von Histamin verhindert. Dieses Mittel sollte angewendet werden, bevor sich die ersten Allergiesymptome zeigen.

Die sogenannte spezifische Immuntherapie, auch als Hyposensibilisierung bekannt, gilt nach wie vor als einzige Möglichkeit, um die Ursache einer Allergie zu behandeln. Dabei wird das betreffende Allergen in Tabletten, Tropfen oder über Spritzen in steigender Dosis verabreicht, um den Körper daran zu gewöhnen. Die Therapie zieht sich über mehrere Jahre. Zahlreiche Patienten werden dadurch für längere Zeit oder dauerhaft beschwerdefrei.